Weltreise

Oktober 14th, 2012

Jetzt ist es endlich so weit. Wir starten unsere lang ersehnte Weltreise. In 5 Monaten umrunden wir einmal den kompletten Erdball. Dafür haben wir in rund einem Jahr über 8.000 Euro p. P. durch unseren Animations-Job bei FTI gespart. Die letzten Wochen hatten wir noch viel mit der Planung der kompletten Reise zu tun, doch jetzt ist es fast geschafft und in wenigen Tagen steigen wir ins Flugzeug. Ein großer Teil des Geldes ging schon für unsere ganzen Flüge vorab weg. Rund 3.000 Euro p. P. bezahlen wir für die 16 Flüge mit unserem Round-The-World-Ticket. Dieses buchten wir bei der Reiss-Aus-Agentur in Hamburg, welche uns sehr gut beriet und ich nur jedem weiterempfehlen kann. Das Ticket nennt sich „Surf the World“ und führt uns zu den Surf-Hot-Spots dieser Welt. Die restlichen 5.000 Euro sollten nun also für die 5 Monate Weltreise für die Unterkünfte, Verpflegung, Reisekosten und alles was sonst so anfällt reichen. In Asien ist dies zwar kein Problem, doch sind wir auch in teureren Ländern wie Australien und den USA unterwegs. Daher ist teilweise schon vorab eine gute Reiseplanung notwendig um so viele Kosten wie möglich zu sparen.

Reiseverlauf:

Am 10. November starten wir von München aus mit Lufthansa nach London Heathrow. In London feiere ich am 12. November meinen Geburtstag. Am Abend des 13. November geht es mit einem British Airways Flug von London Heathrow nach Hong Kong. Dort bleiben wir ca. 1 Woche und schauen uns diese Weltstadt und zusätzlich die Casinostadt Macau an. Am 20. November fliegen wir dann mit Cathay Pacific Airways von Hong Kong in die thailändische Hauptstadt Bangkok. Hier geht dann unsere eigentliche Asien-Reise los. Zuerst bleiben wir 5 Tage in Bangkok und schauen und das Wichtigste an. Danach fahren wir per Zug in den Norden Thailands nach Chiang Mai. Chiang Mai ist bekannt für seine vielen Elefanten und den Urwald rund herum. In Chiang Mai werden wir wohl auch Sarahs Geburtstag feiern. Von Chiang Mai geht es weiter nach Kanchanaburi zur Brücke am Kwai. Hier verbringen wir 1-2 Tage und fahren dann über Damnoen Saduak, wo wir den berühmten schwimmenden Markt besuchen werden, zurück nach Bangkok. Von Bangkok geht es mit Air Asia in die Vietnamesische Hauptstadt Saigon (Ho-Chi-Minh-City). Hier werden wir über eine Woche durch Vietnam reisen. Höchstwahrscheinlich besuchen wir einen Bekannten oder reisen ins Mekong-Delta. Danach fahren wir noch für wenige Tage nach Kambodscha und werden dort die Hauptstadt Phnom Penh und die Tempelstadt Siem Reap besuchen. Von Phnom Penh geht es dann zurück mit Air Asia nach Bangkok und von hier sofort über Chumphon auf die thailändische Insel Koh Tao. Hier bleiben wir für ca. 5 Tage bevor es dann zum Weihnachten feiern nach Koh Phangan geht. Auf Koh Phangan werden wir dann am 25.12.2012 die legendäre Full-Moon-Party besuchen und kurz darauf nach Koh Samui übersetzen. Nach ein paar Tagen Koh Samui geht es kurz vor Silvester via Surat Thani und über das wunderschöne Krabi nach Phuket. Hier feiern wir ins neue Jahr hinein und reisen am Neujahrstag nach Koh Phi Phi Don. Nach einer Nacht in Koh Phi Phi Don besuchen wir noch „The Beach“ auf Koh Phi Phi Le und dann geht es weiter ein paar Tage auf Koh Lanta entspannen.

Via Koh Hai fahren wir wieder aufs Festland nach Trang und reisen von hier nach Malaysia ein. In Malaysia verbringen wir noch ein paar Tage in einem Nationalpark, besuchen Kuala Lumpur und verweilen auf einer kleinen Insel. Auch 3 Tage in Singapur sind noch eingeplant. Mit Jetstar Asia fliegen wir dann von Singapur nach Bali in Indonesien. Hier bleiben wir 12 Tage und haben dabei auch eine Rafting-Tour geplant. Von Balis Hauptstadt Denpasar fliegen wir mit Jetstar & Qantas via Sydney nach Nordaustralien, in die Stadt Cairns. Von hier reisen wir in gut vier Wochen via Brisbane und Byron Bay nach Sydney zurück. U. a. wollen wir in Australien das Great Barrier Reef besuchen, am Whitehaven-Beach relaxen und einen Abstecher nach Fraser-Island machen. Von Sydney fliegen wir mit Jetconnect weiter nach Auckland in Neuseeland und halten uns hier rund 12 Tage auf der Nordinsel auf. Danach geht es mit Pacific-Air auf die Fiji-Inseln, wo wir ein paar Stunden am Strand liegen und dann weiter mit einem Zwischenstopp auf Samoa nach Hawaii fliegen. Auf dieser Strecke werden wir dann die Datumsgrenze überfliegen, womit wir den 08. März 2013 also zweimal erleben dürfen. Auf Hawaii bleiben wir wahrscheinlich für 10 Tage auf der Hauptinsel Oahu und fliegen dann mit American Airlines weiter nach Los Angeles in Kalifornien. Hier werden wir uns wohl zum ersten Mal auf der Reise ein Auto mieten und zuerst Las Vegas, den Hoover-Staudamm und den Grand Canyon besuchen. Auch an der Route 66 kommen wir vorbei. Danach geht es durch einige Nationalparks und von hier die Küste hoch nach San Francisco. Unser Weiterflug geht wieder von Los Angeles nach Miami in Florida mit American Airlines. In Miami werden wir wohl viel relaxen, wie überhaupt auf der ganzen Reise 😉 Auch ein Abstecher nach Fort Lauderdale und ein Tagesausflug zu den Everglades ist geplant. Und nicht zu vergessen, dass wir gerade in Miami sind, während dort der weltberühmte Spring Break stattfindet. Zu guter Letzt folgt noch ein kleines Highlight: Wir gehen zum ersten Mal auf Kreuzfahrt und fahren mit der Reederei Royal Caribbean 5 Tage durch die Karibik. Erster Stopp mit der Majesty of the Seas ist in der Hauptstadt der Bahamas in Nassau und am nächsten Tag halten wir auf der Privatinsel der Reederei Coco Cay. Ein weiterer Stopp findet in Key West statt, bevor wir wieder in Miami einlaufen. Danach ist es dann aber auch wirklich zu viel des Guten und wir reisen mit Millionen Erinnerungen und wahrscheinlich genauso vielen Fotos zurück mit British Airways und Lufthansa via London nach München, wo eine hoffentlich positiv unvergessliche Weltreise zu Ende gehen wird.

Da ich die Weltreise komplett genießen möchte und nicht so wie manch andere die Abende damit verbringen möchte, meinen Blog zu aktualisieren, werdet ihr frühestens in einem halben Jahr hier auf diesem Blog lesen können, wie es uns bei der Erdumrundung so erging.

Port Soller, Manacor & Alcudia

September 23rd, 2012

Nachdem der Hauptsaison-Stress vorbei war, hatten wir Ende September endlich mal wieder mehr Zeit, uns diese schöne Insel genauer anzuschauen. Einer der ersten Trips ging in eine der Ecken Mallorcas, die ich bisher noch nicht gesehen hatte: der Westen. Hier fuhren wir zuerst über Inca ins Tramuntana-Gebirge.

Dieses erwies sich sogleich als deutlich höher und kurviger als erwartet. Schnell hatten wir vergessen, dass wir uns noch auf Mallorca befinden.

Nach einigen Zwischenstopps an spektakulären View-Points, erreichten wir über die kurvigste Straße, die ich je erlebt habe, den kleinen Ort Sa Calobra an der Westküste.

Hier befinden sich einer der bekanntesten und spektakulärsten Strände Mallorcas, die Cala Sa Calobra, welcher bekannter unter dem Namen Torrent de Pareis ist. Die Torrent de Pareis ist eine spektakuläre kilometerlange Schlucht, welche am besagten Strand endet. Der Strand ist von Sa Calobra aus nur über zwei enge begehbare Tunnels erreichbar und umgeben von Steilklippen.

Hier badeten wir und genossen die spektakuläre Kulisse. Danach ging es über weitere kurvige Straßen und entlang an Abgründen nach Fornalutx. Das malerische Dörfchen ist atemberaubend schön und sieht teils schon fast zu perfekt aus.

Alles ist sehr sauber und überall stehen Pflanzen. Das Ganze wirkt wie in einer Filmkulisse. Kein Wunder, dass dieses Dorf schon zweimal zum schönsten Dorf Spaniens gewählt wurde und auch Kandidat für das Unesco Weltkulturerbe ist. In Fornalutx findet auch einmal jährlich ein umstrittenes Stiertreiben statt. Die Gegend ist außerdem für seine vielen Trassen an den Hängen bekannt.

Unsere Fahrt führte danach über Soller zum Port de Soller. Hier ist der Hafen ebenfalls traumhaft und die Stadt ist bekannt für seine Straßenbahn zwischen Port de Soller und Soller.

Nach einem Drink fuhren wir weiter über Deia nach Valldemossa. Diese Kleinstadt ist ebenfalls malerisch in den Bergen gelegen und hat viele verschlungene Gassen. Sie ist auch bekannt dafür, dass der polnische Künstler Chopin hier einst residierte und Valldemossa als schönsten Ort der Welt bezeichnete. Ich habe aber schon deutlich schönere Orte gesehen.

Am Abend fuhren wir noch zum Essen nach Santa Ponca. Der am Meer gelegene Touristenort ist nicht besonders schön und hauptsächlich für seine Restaurants von gewissen Promis bekannt. Im Restaurant bzw. Cafe der blondesten Blondine Katzenberger war allerdings überhaupt nichts los, schließlich lag es auch so abgelegen wie unser Parkplatz am Ortsrand. Das Restaurant des Königs von Mallorca war dagegen bumsvoll. Sonst ist der Ort nicht besonders erwähnenswert.

Da unsere Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe von Palma kurzfristig nicht klappte, fuhren wir wieder zurück nach Cala Ratjada und fuhren am nächsten Morgen wieder die Ostküste runter bis nach Cala Figuera.

Der Ort selbst ist für mich der bisher malerischste Ort auf Mallorca. Der Hafen von Cala Figuera liegt in zwei Naturbuchten und die Häuser sind ganz nah ans Wasser gebaut und wirklich jedes kleine Häuschen hat seine eigene Bootsgarage und Zugang zum Wasser.

Danach badeten wir im Naturschutzgebiet der Cala Mondrago. Die Bucht umgeben von Pinienwäldern ist traumhaft und man kann sogar Klippenspringen oder um die Felsen herum zum nächsten schönen Strand schwimmen, was wir beides taten. Am Abend hielten wir wieder in Porto Cristo und besuchten für teure 13,50 € pro Person die weltbekannten Drachenhöhlen.

Die „Cuevas del Drach“ sind der Hammer und riesengroß. Sie verfügen auch über den größten zugänglichen See in einer Höhle. Auf diesem fand dann aus Booten heraus und wunderschön beleuchtet, ein klassisches Konzert statt und kurz darauf wurden wir selbst in Bötchen durch den See gefahren.

Die zweitgrößte Stadt Mallorcas ist Manacor und liegt ebenfalls nicht weit von Porto Cristo. Sie bietet aber bis auf die schöne Kirche wenige touristische Sehenswürdigkeiten. In dieser ließen wir den Abend ausklingen und mir gefiel sie überraschend gut, da sie sehr spanisch wirkt und über ein paar schöne Plätze verfügt.

Den dritten freien Tag hintereinander fuhren wir nach Alcudia. Ich kannte bisher nur den schönen Port de Alcudia. Von der Altstadt Alcudias hatte ich bisher noch gar nichts gesehen. Ich war aber letztendlich froh, dass ich diese schöne Stadt noch gesehen hatte. Sie war total belebt und überall waren schöne enge Gassen und lecker riechende Restaurants innerhalb der Stadtmauern. Die über 100 Jahre alte Stierkampfarena und die begehbare Stadtmauer, von der man eine gute Sicht hatte, gefiel mir ebenfalls gut.

In der Hotelarea von Alcudia machten wir ebenfalls noch kurz halt. Dieser Bereich Alcudias erinnert ein bisschen an Florida. Man fährt über die kilometerlange Party- und Restaurantmeile immer entlang an Palmenalleen und auf beiden Seiten der Straße befinden sich außer deren Restaurants auch noch zahlreiche Hotels und Villen. Hinter diesen befindet sich auf der einen Seite das Mittelmeer und auf der anderen Seite ein künstlich angelegter See, in den vom Mittelmeer aus kleine Kanäle durch die ganze Stadt führen.

Danach fuhren wir an den Dünenstrand von Playa de Muro und entspannten den restlichen Teil des Tages.

An einem weiteren wunderschönen Dünenstrand, wenn nicht an dem schönsten Strand der gesamten Insel, badeten wir ebenfalls. Der Strand von Es Trenc ganz im Süden der Insel ist kilometerlang und noch komplett unbebaut. Hier soll es schön sein wie in der Karibik, was aber nur Menschen sagen, die noch nicht in der Karibik waren, dennoch ist er sicherlich einer der schönsten Strände auf Mallorca und das Wasser war auch unbestreitbar in den wunderschönsten Blautönen. Was mir erst später auffiel war, dass der Strand auch einer der größten FKK-Stränden der Insel ist. Auch zahlreiche Hippies und Schwule waren deutlich erkennbar.

Da es jetzt deutlich ruhiger auf Mallorca wurde, hatten wir auch wieder richtig viel Zeit die umliegenden Strände von Cala Ratjada zu nutzen und an diesen Schnorcheln zu gehen.

Ansonsten besuchten wir noch weitere Strände, wie zum Beispiel den Strand bei Costa de los Pinos oder bestiegen den ein oder anderen Berg und schauten uns ein paar spektakuläre Villen an.

Auch einen atemberaubenden Naturpool in einer spektakulären Kulisse fanden wir in Cala Ratjada noch und nutzten diesen sogleich zum baden.

Im nahegelegenen Fußballstadion des CE Escolar in Capdepera war ich selbst auch oft zu Gast.

Auch hatten wir noch das ein oder andere Saison-Abschluss-Essen, welches wir mit den Animateuren unseres Hotels zum Beispiel in Dieter Bohlens Stammrestaurant „O sole Mio“ abhielten. Hier gab es auch tatsächlich ein Gericht, welches nach dem Poptitan benannt ist.

Das Saison-Abschluss-Fest von FTI hatten wir dann direkt am Ballermann, wo wir zum ersten Mal in den Genuss kamen, hier feiern gehen zu dürfen. Ein recht zweifelhaftes Vergnügen für mich persönlich.

Bisher kannten wir den Ballermann nur tagsüber bei Sonnenschein oder auch mal bei Regen, wo dann tote Hose war. Nach einer Pizza fing die Party dann in der Rentner-Meile von El Arenal an. Hier zwischen den tausenden Grauhaarigen besuchten wir den Zapfhahn, auch als das Deutsche Eck bekannt, wo man seinen Sangria und Sonstiges selber Zapfen konnte.

Hier gab es aber auch wirklich den schlechtesten Sangria, den ich je getrunken hatte und wir waren wirklich die Einzigen unter Tausenden, die noch nicht über 60 Jahre alt waren (was vielleicht auch an der September-Nebensaison liegen könnte).

Während der ein oder andere danach zum Porno-Casting ging, trafen wir auf jüngeres Publikum im Mega Park und beendeten die Party am frühen Morgen im Bierkönig. Ich sag nur Ballermann – einmal und niiiiie wieder!!!

Nach gut einem Jahr geht für mich jetzt so langsam aber sicher die Zeit als Animateur zu Ende. Zu guter Letzt durften Sarah und ich auch noch einen Abend als Statisten für Sonnenklar-TV arbeiten.

Ende Oktober fliegen wir dann nach über 5 Monaten für genau 2 Wochen nach Hause. Von wo aus am 10. November unser nächstes Abenteuer „Weltreise“ starten wird.

Arta, Cala Millor & Porto Cristo

August 30th, 2012

Nicht weit von meinem derzeitigen Wohnort Cala Ratjada liegt Arta. Für mich ist Arta neben Porto Cristo die bisher schönste Stadt Mallorcas. Sie hat hunderte enge Gassen und alles wirkt sehr alt aber gut erhalten.

Über der Stadt befindet sich eine alte osmanische Festung und etwas unterhalb eine sehr schöne Kirche. Der Wochenmarkt von Arta ist grandios. Tausende Leute stopfen sich durch die engen Gassen und es gibt viel zu sehen.

Die Straßen, die durch Arta führen, sind alles Einbahnstraßen. Zwei Autos würden durch dieses enge Labyrinth auch kaum durchpassen. Meist ist nicht einmal genug Platz für ein Auto. An zahlreichen Stellen sind die Häuser etwas abgerundet, damit die Autos überhaupt durchkommen.

Und an mehreren Hauswänden sieht man Spuren von hängengebliebenen Autos oder es fehlen Stücke von abgefahrenen Schildern. Auch nicht weit von hier liegt die Ostküste mit seinen vielen Buchten. Einen Tag verbrachten wir am Strand von Canyamel.

Und hier in der Nähe liegt auch der Touristenort Cala Millor, in welchem ich als kleiner Junge mal an der Rudi Völler Fußballschule teilnahm. Der Ort gefällt mir aber weniger. Er hat zwar einen kilometerlangen Strand, aber insgesamt besteht der Ort nur aus Hotels und Touristen-Shops.

Wer sich aber die Sendung „Goodbye Deutschland“ anschaut, sieht hier im Ort zahlreiche bekannte Auswanderer-Gesichter aus der Sendung. Den angrenzenden Touristenort Sa Coma mit seinem schönen Strand besuchten wir ebenfalls an einem freien Tag. Direkt daneben liegt einer meiner Lieblingsorte. Porto Cristo hat wunderschöne Strände und einen herrlich gelegenen Hafen.

Der schönste Strand liegt direkt im Zentrum des Ortes unterhalb der Villa von Tennisprofi Rafael Nadal. Unweit von hier liegt die Cala Romantica, eine wunderschöne Bucht an welcher wir auch schon einige Stunden verbrachten.

Hier auf der Dachterrasse eines wunderschönen Hauses, welches einer Angestellten von FTI gehört, fand auch unser Grillabend mit allen FTI-Animateuren statt. Noch ein Stück weiter unterhalb Porto Cristos liegen die Calas de Mallorca. Dies sind mehrere Buchten nebeneinander und rundherum stehen bereits zahlreiche Hotelblöcke. An der Cala Antena, einer Bucht der Calas de Mallorca, gingen wir während eines Treffens mit unseren FTI-Kollegen baden.

Am selben Wochenende war auch die Fußball-Europameisterschaft zu Ende. Als die spanische Mannschaft den Titel in den Nachthimmel streckte, war hier in Cala Ratjada die Hölle los. Der Brunnen wurde zum Pool umfunktioniert und die Nacht zum Tage gemacht. Die Deutschen waren wieder etwas ruhiger und von unseren holländischen Animationskollegen war in Sachen Fußball schon lange nichts mehr zu hören.

Wenn wir uns nicht gerade wieder eine Bucht oder eine Stadt anschauen, genießen wir das Leben auf Mallorca. Wir nahmen am Sant-Joan-Fest teil, bei welchem an zahlreichen Stränden von Mallorca die ganze Nacht getanzt und gegrillt wird. Hierbei sahen wir auch erstmals Menorca.

Die Insel ist auf Mallorca nur von der Cala Agulla aus zu sehen und auch nur bei sehr gutem Wetter. Bei einer klaren Sommernacht sind die Lichter Menorcas zu sehen.

Ein weiteres Fest in Cala Ratjada war das Hafenfest „El Carme“. Bei diesem wird eine Figur zu lauter Festumzugs-Musik durch die Stadt getragen und alle Schiffe im Hafen waren bunt geschmückt. Als Highlight gab es ein großes Feuerwerk über dem Hafen.

Ansonsten nutzen wir gelegentlich auch noch den ein oder anderen Pool eines angrenzenden Hotels, wie z. B. den Pool des 4-Sterne-Hotels Prinsotel La Pineda oder den Pool des wunderschön gelegenen Parque Nereida-Hotels.

An manchen Abenden laufen wir aber auch einfach nur durch die Stadt und schauen uns Villen an. Oder wir laufen zum Leuchtturm von Cala Ratjada oder wir schauen einfach stundenlang aufs offene Meer.

Palma besuchten wir auch mal wieder um uns bei einem Amt die NIE-Nummer geben zu lassen. Diese ist schon meine zweite und die Nummer benötigt jeder, der in Spanien arbeitet. Da die Beantragung schneller ging als erwartet, hatten wir noch etwas Zeit um ins größte Shoppingcenter Palmas zu schauen. Das Porto-Pi-Shoppingcenter liegt direkt am Hafen wie der Name schon sagt und bietet auch einen guten Ausblick auf die nebenan liegenden Kreuzfahrtschiffe.

Im August bekamen wir zahlreichen Besuch hier auf der Insel. Zuerst kamen Sarahs Freunde, mit welchen wir den Western Aqua Park in Magaluf besuchten.

Was für die Deutschen der Ballermann und Cala Ratjada ist, ist für die Engländer Magaluf. Der Ort besteht aus zahlreichen hässlichen Hotelklötzen, welche fast ausschließlich von Briten gebucht werden.

Der Wasserpark selbst war super. Man musste für die ganzen Super-Rutschen kaum anstehen und eine tolle Show konnte man sich ebenfalls anschauen.

Am besten gefiel mir aber wieder mal der künstlich angelegte Wasserkanal, durch den man sich mit einem Schwimmreifen durchtreiben lassen kann. Auch bekamen wir noch Besuch von meinen Cousinchen und zeigten diesen die schönsten Flecken Cala Ratjadas. Dabei trafen wir auch auf eine brasilianische Tanzshow direkt am Son Moll Beach.

Der beste Tag während den über 5 Monaten Mallorca war der 18. August 2012. Wochen zuvor bekamen wir von einem Gast einen Restaurantgutschein und diesen wollten wir an unserem 3-Jährigen-Jubiläum einlösen. Das Restaurant lag allerdings in den Bergen, nahe dem Strand Cala Torta. Deshalb mussten wir uns ein Fahrrad mieten, was kein Problem gewesen wäre, wenn nicht gerade eine Hitzewelle über Mallorca von bis zu weit über 40 Grad hineingebrochen wäre. Dazu kam noch der nicht immer einfache Weg durch einige Waldstücke.

Dennoch erreichten wir schon recht früh um kurz nach 12.00 Uhr das Restaurant und Hotel Sa Duaia. Dieses liegt wunderschön auf einem Hügel mit Blick auf die umliegenden Berge und zum Meer. Hier nutzten wir den ganzen Tag den atemberaubenden Pool dieser traumhaften Finca.

Das Hotel gehört zum Agro-Tourismus-Programm, welches sich durch umweltschonenden Tourismus auszeichnet. Am Abend gab es dann herrliche Lamm-Koteletts, Spanferkel und leckere Desserts. Das Ganze mit einem herrlichen Blick über das Meer.

Kurz bevor es stockdunkel wurde, überquerten wir wieder den Waldweg nach Cala Mesquida und fuhren dann von hier nach Capdepera. In Capdepera sollte in dieser Nacht die Nit de Foc (Feuernacht) stattfinden. Spanien ist ja bekannt für seine kuriosen Feste wie die Tomatina in Bunol, wo eine Tomatenschlacht zelebriert wird oder das Stiertreiben von Pamplona, wo Stiere durch die Gassen der Stadt bis zur Arena getrieben werden und es jedes Jahr Schwerverletzte oder gar Tote gibt. Ein ebenfalls so kurioses Fest erlebten wir hier in Capdepera.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn um 23.00 Uhr sah man zahlreiche vermummte Jugendliche durch die Gassen ziehen. Alle hatten total nasse Klamotten an und viele von ihnen waren eindeutig aus England oder Deutschland. Die Gassen und der Hauptplatz füllten sich und um Punkt 23.00 Uhr ging schlagartig in der ganzen Stadt das Licht aus. So stand man also erst mal abwartend im Dunkeln und hörte dann nach einigen Minuten die ersten lauten Explosionen. In einiger Entfernung stieg hinter Gebäuden plötzlich Rauch auf und es wurde von Minute zu Minute lauter. Das ganze kam einem ein bisschen vor wie im Krieg in einer Stadt die gerade bombardiert wurde. Der Lärm kam immer näher bis man die als Feuerteufel und mit Pyrotechnik ausgestatteten Spanier in die Gasse einbiegen sehen konnte. Diese waren umzingelt von den ganzen vermummten welche regelrecht durchs Feuer tanzten. Dann liefen die Feuerteufel direkt an uns vorbei und machten Jagd mit Pyrotechnik auf die am Rande stehenden Schaulustigen. Diese drückten sich gegenseitig an die Hauswände um den lauten Knallkörpern und den sprühenden Funken zu entkommen. Oft musste ich Funken auf meinem Kopf ausschlagen.

Da es meist stockdunkel war, schlichen sich die Feuerteufel immer wieder in die Menschenmenge und zündeten dann unbemerkt ihre Pyrotechnik an. Über den Gassen hing ebenfalls Pyrotechnik, welche immer wieder angezündet wurde und es somit Funken regnete. Ich war total fasziniert von diesem Fest, erinnerte es mich doch sehr an die Krawalle in Fußballstadien. Für Sarah war das ganze einfach nur das einzige öffentliche Hooligan-Festival der Welt. So ging das ganze rund 2 Stunden durch die zahlreichen Gassen und endete auf dem Hauptplatz.

Am Hauptplatz stand eine große Bühne, worauf weitere Feuerteufel auf Trommeln im Takt schlugen und ihre Kollegen weiteres Pyro anzündeten oder Feuer spuckten. Zum Finale drehten mehrere hunderte vermummte Jugendliche durch und auf einmal stand der ganze Platz in Flammen und Funken. Zu guter Letzt gab es noch ein großes Feuerwerk. Ein Fest, welches ich nicht so schnell vergessen werde. Ob es dieses Fest allerdings noch lange geben wird ist fraglich. In den Jahren davor fand dies in Arta statt und seit letztem Jahr erst in Capdepera, da die Kosten für dieses Fest einfach zu hoch für Arta waren. Auch in Sachen Sicherheit ist das Ganze sehr umstritten und würde so in Deutschland niemals erlaubt. So krass wie an diesem Abend in Capdepera soll es überhaupt noch nie gewesen sein.

Am nächsten Tag gab es einen großen Waldbrand bei Capdepera, welcher von unserem Hotel sogar sichtbar war. Den ganzen Tag über flogen Löschflugzeuge über uns hinweg und brachten so den Brand am nächsten Tag in Griff. Insgesamt verbrannten dabei rund 13 Hektar Wald. Bootbrände sind übrigens auch immer wieder zu beobachten.

Mittlerweile ist die Hochsaison schon fast zu Ende. Die Arbeit macht sehr viel Spaß und wir führen wöchentlich eine Show auf wie „Cinderella“ oder „Der König der Löwen“.

Auch schafften wir es endlich mal die Wasserkugeln im Hotelpool auszuprobieren.

Des Weiteren erwarten wir noch mehr Besuch hier auf Mallorca und freuen uns auf den Herbst, wo wir wieder mehr Zeit haben werden, uns diese wundervolle Insel anzuschauen.

Palma, Cala Ratjada & Can Picafort

Juli 31st, 2012

Nach der Schulung auf Kreta ging es für 3 Tage heim um den Koffer auszupacken und um dann wieder zwei weitere Koffer für 5 ½ Monate Mallorca zu packen. Danach folgte mein dritter mehrmonatiger Aufenthalt im Ausland. Nach dem spanischen Murcia auf dem Festland & dem ägyptischen Makadi Bay jetzt also Mallorca auf den Balearen. Am Donnerstag den 17. Mai hob dann unser Air-Berlin-Flieger vom heimischen Flughafen Friedrichshafen ab ins “17. Bundesland” nach Palma de Mallorca. Mallorca ist eine Insel, mit der ich mich am Anfang schwer anfreunden konnte. Das Image dieser Insel war mir einfach zu Assi und schon der erste Depp saß im Flugzeug in der Reihe hinter mir in einem Hasenkostüm und war auf dem Weg nach Palma um dort am Ballermann seinen Junggesellenabschied zu feiern. Am Flughafen von Palma hatten wir ebenfalls das Gefühl, dass der Ballermann nicht weit sein kann. Überall betrunkene Assis am rumgrölen und wieder einmal musste ich mich schämen Deutscher zu sein. Unser Einsatzort Cala Ratjada ist vom Ruf her auch nicht besser. Der Ort wird gerne mal der zweite Ballermann auf Mallorca genannt und wird ebenfalls von Deutschen beherrscht.

Hier arbeiten wir bis Ende Oktober im 4-Sterne-Hotel Green Garden. Das Hotel ist sehr schön, die Arbeitsbedingungen sind gut und wenn nicht gerade eine Gruppe Fußballer zu Gast im Hotel ist, merkt man gar nicht, dass man hier am zweiten Ballermann arbeitet.

Das Hotel liegt wunderschön am Stadtrand von Cala Ratjada umgeben von einem Pinienwald und in wenigen Metern Entfernung ist man mitten im Geschehen. Auch einer der schönsten Strände Mallorcas liegt direkt neben unserem Hotel. Die Cala Agulla erreicht man nach wenigen hundert Metern durch einen Pinienwald und steht dann in dieser beeindruckenden Bucht und sieht auf das azurblaue Wasser.

In Sachen Strand werden wir hier richtig verwöhnt. Es gibt außer der Cala Agulla noch die Cala Gat, welche versteckt hinter dem Hafen von Cala Ratjada liegt.

Außerdem gibt es den Playa Son Moll auf der anderen Seite des Hafens und dazu zahlreiche weitere kleine Badebuchten. Auch die Cala Mesquida, welche zu den schönsten Stränden Europas gewählt wurde, liegt zu Fuß durch einen Pinienwald gut eine Stunde entfernt.

Auch neben der Cala Mesquida gibt es noch zwei schöne Strände. Die Cala Torta und Cala Mitjana-Buchten liegen direkt nebeneinander. Auch diese beiden Strände sind zu Fuß erreichbar. Beide Buchten sind jedoch etwas versteckt. Bei unserem ersten Versuch gaben wir nach einer Stunde suchen und verlaufen auf. Bei unserem zweiten Versuch wenige Wochen später gelangen wir zu den beiden Buchten über einen steilen Weg direkt an der Küste entlang.

Zurück ging es durch den Waldweg, welchen wir Wochen zuvor nicht fanden und auch bei dem Rückweg verliefen wir uns wieder mehrmals. Eine weitere wunderschöne Badebucht in Font de Sa Cala ist ebenfalls zu Fuß zu erreichen.

Insgesamt haben wir also die Qual der Wahl zwischen über 7 wunderschönen Badebuchten rund um Cala Ratjada.

Die Stadt eignet sich auch hervorragend zu zahlreichen Abendspaziergängen an den steilen Küsten entlang der Cala Agulla oder zum wunderschönen beleuchteten Hafen von Cala Ratjada.

Sonst ist in Cala Ratjada auch jede Menge geboten. Es gibt zahlreiche Bars und wunderschöne Restaurants rund um den Hafen. Es gibt Partymeilen wie der Bierbrunnen oder Cocos Beach Bar mit einem Pool in der Mitte. Oder Chocolate, wo jeden Abend die Hölle los ist. Gerade diese drei Locations eigneten sich hervorragend um Sportereignisse wie das Championsleague-Finale oder die Fußball-Europameisterschaft auf Großbildleinwänden zu verfolgen. Dazu kommen noch viele Shisha-Lounges und Chill-Out-Bars.

Die besten Cocktails gibt es im Bora Bora. Aufgrund des großen Angebotes bieten sich die Cocktailbars mit ihren Preisen gegenseitig nach unten. Überall gibt es Happy Hour und man zahlt für einen guten Cocktail meist nicht mehr als 4€. Es gibt sogar 1 Liter Cocktails für 4,95€. Das Essen ist hier auch überall ausgezeichnet. Spanische Leckereien wie Bocadillos, Tapas und Tortilla haben mir eh schon immer geschmeckt und sonst isst man im Pasta Pasta am Besten. Die drei größten Diskotheken der Stadt befinden sich alle nebeneinander im Zentrum. Da wären das Bolero oder die im ägyptischen Stil gebaute Disco Keops. In alle Clubs kommt man als Animateur übrigens kostenlos hinein. Unser Lieblingsclub ist jedoch Physical. Hier lernte einst sogar Dieter Bohlen seine aktuelle Frau kennen. Dieser wohnt hier gleich um die Ecke und man sieht ihn täglich durch Cala Ratjada schlendern oder hört von ihm durch Erzählungen unserer Gäste. Der Nachteil der Anwesenheit Dieter Bohlens in nächster Nähe ist, dass man ständig überall seine üble Modern-Talking-Musik durch die Gassen schallen hört. Dies ist besonders schlimm am Playa Son Moll, an welchem es zugeht wie an der Playa de Palma. Persönlich sahen wir Dieter Bohlen das erste Mal in einer versteckten Bucht hinter der Cala Gat.

Hier ankerte er mit seinem kleinen Boot und schwamm mehrmals um mich herum. Ein weiteres Mal sahen wir ihn wieder in einer versteckten Bucht auf dem Weg zum Strand nach Font de Sa Cala. Erst als wir direkt vor ihm und seiner Familie standen, realisierten wir, wer da vor uns liegt. Da der Weg nach Font de Sa Cala an der Küste entlang extrem zugewachsen war, verirrten wir uns mehrmals und kamen so immer wieder zurück an die Stelle, an der Dieter Bohlen lag. Erst nach einer Stunde rumirren waren wir dann letztendlich am wunderschönen Strand von Font de Sa Cala.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Cala Ratjada ist die über dem Hafen thronende Villa, welche von einem schönen Park umgeben ist und eher wie ein Schloss wirkt.

Durch seine vielen Buchten, Pinienwälder und seine stark bewachsenen Hügel rundherum, gefällt mir Cala Ratjada landschaftlich sehr gut. Am Rande von Cala Ratjada folgt dann gleich die Stadt Capdepera. Sie besteht aus wunderschönen Gassen und über der Stadt thront die Burg von Capdepera. Hier verbringen wir gelegentlich die Freitagabende.

Am meisten von Mallorca sah ich aber während meiner Schulung für Leitende Animateure welche in Can Picafort stattfand. Hier wohnte ich bei meinem Chef in einem kleinen Häuschen mit Blick aufs Meer. Der Strand von Can Picafort ist ebenfalls überragend und total flach mit türkisblauem Wasser, wie fast überall auf Mallorca.

Auch das Nachtleben, mit Bars wie der Barracuda-Bar ist nicht schlecht. Die Schulung fand im 14-Stöckigen Plattenbau-Hotel Club Tonga statt. Dieses fiel besonders durch seine vielen rosa-roten dicken Engländer auf. Gibt es in England keine Sonnencreme??? Oder gar schöne Menschen??? Für mich hieß das Hotel aber auch das Hotel der tausend Verbotsschilder, weil wirklich alles mit Verbots- und Hinweisschildern vollgepflastert wurde.

Das Hotel war aber insgesamt gar nicht so schlecht. Gleich angrenzend an Can Picafort liegt der Naturstrand Playa de Muro und danach kommt Port d´ Alcudia mit seinem Naturschutzgebiet Albufera und die Stadt Alcudia.

Port d´Alcudia hat ebenfalls einen beeindruckenden Strand mit Hafenbereich. Hier rundherum gibt es jedes Jahr zahlreiche meist von Menschen gelegte Waldbrände, dessen Spuren man noch deutlich sehen konnte. Gerade in diesem Sommer gibt es besonders viele Waldbrände.

Mallorca ist die wirtschaftlich stärkste Region in ganz Spanien, was vor allem oder eigentlich nur am Tourismus liegt. Jedoch gibt es auch hier Obdachlose und auch hier klopft der Pleitegeier langsam aber sicher an die Haustür. Schließlich sieht die Situation in Spanien in Sachen Eurokrise noch fast schlimmer aus als etwa in Griechenland.

Da mein Chef dann für ein paar Tage ins Krankenhaus musste, übernahm ich dessen Aufgaben und brachte Animateure zu ihren Fähren nach Port d`Alcudia, wo sie übersetzten nach Menorca oder nach Palma, von wo die Fähre aus nach Ibiza fährt. In Palma am Hafen standen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe herum. Darunter auch der Kollos Namens Independence of the Seas der Reederei Royal Caribbean Cruise Line. Dieser Gigant ist das drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt und lässt Kreuzfahrtschiffe wie die Aida zu kleinen Beibooten werden.

In Palma hatten wir Gelegenheit uns etwas die Stadt anzuschauen. Natürlich stand im Vordergrund die Kathedrale von Palma an der gerade ein Werbespot gedreht wurde.

Am besten gefielen mir aber die unzähligen engen Gässchen, die sich durch die ganze Stadt zogen. Die Altstadt ist wirklich wunderschön und der Plaza Mayor bildet von dieser das Zentrum.

Auch hier durfte der obligatorische Tapas-Bar-Besuch nicht fehlen. Da ich fast täglich nach Palma musste, kam ich auch noch zum am Stadtrand gelegenen Castell Bellver. Von hier hatten wir noch einen herrlichen Blick auf Palma und den Yachthafen.

Palma bietet auch sportlich einiges. Der Erstligaclub RCD Real Mallorca ist hier beheimatet und auch am Stadion des zweiten großen Clubs Atletico Baleares machte ich kurz halt. Dieser verpasste leider Tage zuvor den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse in der Relegation.

Rund um Palma gibt es übrigens die meisten uralten Windmühlen, für die Mallorca so bekannt ist und die auch bei mir als Fotomotiv herhalten mussten.

Als wir eine weitere Kollegin zu ihrem Hotel brachten, schauten wir noch kurz an der legendären Playa de Palma vorbei. Hier im Ort El Arenal befindet sich zwar der sehr schöne Strand der Playa de Palma aber auch die unzähligen bekannten Balnearios (Ballermänner), an welchen Deutsche täglich unsäglich auffallen.

Auch ein kurzer Blick in den Mega-Park durfte nicht fehlen. Zum Essen kann ich noch die Riesenpizzas für 10€ in El Arenal empfehlen. Der Einsatzort von unserer Kollegin befindet sich gut 12 Km entfernt vom Ballermann in Capo Blanco. Der Ort verfügt zwar über eine wunderschöne Steilküste, aber rundherum gibt es keine Strände. Also gingen wir erst Mal auf Strandsuche und fanden den für mich schönsten Strand auf Mallorca im 15 Km entfernten Cala Pi.

Der Strand liegt atemberaubend schön versteckt in einer Bucht und schafft es regelmäßig auf das Titelbild zahlreicher Reiseführer. So war der Strand auch das Titelbild unseres Reiseführers, was wir aber erst hinterher feststellten. An einem weiteren freien Tag schauten wir uns die Gegend rund um Alcudia nochmal genauer an. Hier gibt es ebenfalls schöne Steilküsten gesäumt von Pinienwäldern und an einer großen Bucht liegt der Ort Port de Pollenca.

Das Highlight dieser Region ist jedoch das Cap de Formentor. Diesen Zipfel ganz im Nord-Westen der Insel erreicht man über eine gut 16 Km lange steile Küstenstraße, über die sich auch täglich Busse quälen und dadurch Staus verursachen. Die sehr kurvenreiche Straße bietet zahlreiche atemberaubende Ausblicke und endet dann am Leuchtturm des Cap Formentors.

Hier machten wir einige Bilder und fuhren dann wieder zurück in Richtung Port de Pollenca. Unterwegs sprangen uns auch noch freilebende Bergziegen vors Auto und wir hielten an weiteren schönen Aussichtspunkten.

So sahen wir schon in den ersten Wochen einen großen Teil dieser sehr schönen Insel, welche seinen schlechten Ruf bei mir eigentlich nicht verdient hat.

Kreta

Juni 21st, 2012

Kurz vor unserem halbjährigen Sommersaisoneinsatz für FTI auf Mallorca ging es für uns noch für 10 Tage zur Animationsschulung in den Süden. Zuerst gingen wir immer davon aus, dass diese an der Türkischen Riviera in Side stattfinden sollte, doch noch kurz vor dem Rückflug von Zypern erfuhren wir, dass der Schulungsort kurzfristig ins griechische Kreta verlegt wurde. Da ich die Türkische Riviera für den schlimmsten Ort der Türkei halte, war ich nun sehr glücklich über die Mittelmeerinsel. An einem Freitagmorgen ging es per ICE zum Münchner Flughafen und kurz nachdem ich noch den Champions-League-Pokal aus nächster Nähe betrachtet hatte, hob unser Air-Berlin-Flug ab in Richtung Pleiteland Griechenland.

Kurz vor der Landung auf Kreta überflogen wir noch meine griechische Lieblingsinsel Santorini, welche eigentlich aus einem riesigen ehemaligen Vulkankrater besteht und für seine Dörfer direkt an den Klippen bekannt ist.

Auf dem 2 ½ Stündigen Transfer vom Flughafen in der Hauptstadt Heraklion zu unserem Hotel in der Nähe von Chania lernten wir bereits die ersten Animateure näher kennen. Um kurz nach Mitternacht erreichten wir endlich unser Hotel, das Kiani Beach Resort am Stadtrand von Kalyves in der Souda-Bucht. Kreta selbst ist die größte griechische Insel und somit die fünftgrößte Insel im Mittelmeer. Da sie auf dem geografischen Breitengrad von Tunesien liegt, war es hier Anfang Mai schon richtig schön warm.

Jedoch war vom Hotel aus auch das total schneebedeckte Weiße Gebirge mit dem 2453 Meter hohen Pachnes zu sehen. Das Hotel selbst lag zwar im nirgendwo, jedoch fing direkt am Hotel ein Kilometer langer Naturstrand an. Das Essen war in Ordnung, ich konzentrierte mich jedoch meist auf regionale Spezialitäten wie Zaziki, Feta-Käse und griechischen Wein. Einen griechischen Folklore-Tanz gab es an einem Abend ebenfalls im Hotel zusehen.

Gleich am ersten Morgen begann unsere 10-Tägige-Animationsschulung. Jeden Tag stand etwas anderes auf dem Programm. Es gab viel Psychologisches Training für den Umgang mit den Gästen und dabei auch viele Rollenspiele und die Verbesserung meines Auftretens gegenüber Gästen. Wir bekamen Moderationstraining am Mikrofon und durften Reden halten. An einem Tag wurden den ganzen Tag Ravensburger Spiele gespielt,. An einem anderen war Erste Hilfe oder Facepainting dran.

Das Highlight war der Sports-Day an dem wir Trendsportarten wie Slackline, Glowball und Speedminton lernten. Speedminton und Glowball durften wir dann sogar am späten Abend mit LED-Bällen ausprobieren.

Außerdem bekam jeder eine Kreative Aufgabe, die er an einem Tag vorstellen musste. Am Ende der Schulung folgte noch unsere eingeprobte Show. Jeder Tag ging schon früh am Morgen mit Morgensport um 7.30 Uhr los und endete meist spät am Abend. Jedoch war ein tägliches Bad im Mittelmeer immer drin. Das Meer war zwar noch etwas kühl, es war dennoch beeindruckend darin zu schwimmen und gleichzeitig schneebedeckte Berge um sich zu haben.

Die Schulung blieb mir besonders wegen den vielen coolen Kollegen in Erinnerung und den vielen gemeinsamen Partynächten die meist spät endeten, obwohl der Tag immer früh anfing.

Wir veranstalteten zwei Beachpartys mit vielen Trinkspielen und an einem Abend, wo eigentlich ein Tanzkurs folgen sollte, gab es plötzlich eine von FTI gesponserte Überraschungsparty in einem kleinen Club in Kalyves, den wir ganz für uns alleine hatten.

Kalyves selbst schauten wir uns auch mal an einem Nachmittag an. Das kleine verschlafene Städtchen hat aber nicht sonderlich viel zu bieten. Es liegt aber sehr schön direkt am Meer umgeben von Hügeln und einer wunderschönen Landschaft. An einem anderen Nachmittag lief ich mal in die andere Richtung die Küstenstraße entlang. Hier traf ich aber nur auf eine Militärische Sperrzone und auf einen schön gelegenen kleinen Friedhof. Rundherum gab es aber steile Abhänge, türkisblaues Meer und kleine versteckte Strände.

Gegenüber auf der Halbinsel war der zweitgrößte Airport auf Kreta zu sehen. Der Airport der Stadt Chania wird aber auch viel vom Militär genutzt und täglich donnerten die Kampfjets über uns hinweg. Den wunderschönen Ort Chania bekam ich während unseres Aufenthaltes auf Kreta leider nicht mehr zu sehen. Ausnahmsweise zog ich das Party machen immer dem Sightseeing vor. Chania laufen jedoch fast täglich Kreuzfahrtschiffe an und so fuhr an einem Tag das fünftgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt, die Navigator of the Seas der Royal Caribbean Cruise Line, direkt an unserem Hotelstrand vorbei.

Am meisten zu sehen von Kreta bekamen wir dann auf der 2 ½-Stündigen Rückfahrt von unserem Hotel zum Flughafen nach Heraklion. Die Fahrt ging die ganze Zeit an der Küste entlang, vorbei an wunderschönen Stränden und blühenden Landschaften.

Ein Stopp in dem sehr touristischen Ort Bali war auch noch drin. Die Stadt mit dem klangvollen Namen verdankt diesen der Tatsache, dass in dieser Region viel Honig produziert wird und Bali heißt auf griechisch nun mal Honig. Der Ort war so wie ich mir Orte auf griechischen Inseln immer vorgestellt hatte.

Er lag direkt an Hügeln, umgeben von wunderschönen Stränden und einer Aussicht auf kleine Inselchen im weiten Meer. Dazu führen durch den Ort viele kleine enge Gassen und Straßen und an jeder Ecke befindet sich eine gemütliche Taverne.

Von Heraklion führte unser TUI-Fly-Flug zurück nach München. Hier trennten sich unsere Wege. Einer der Kollegen der von den ganzen Animateuren dabei am meisten heraus gestochen ist, war Andi durch seine sehr spezielle aber total coole Art und seinen beeindruckenden Lebenswandel.

Für die meisten Teilnehmer der Schulung ging es dann wenige Tage später in die Türkei. Aber auch nach Malta, Italien, Tunesien und Ägypten. Vier Mädels der Schulung sehen wir auf den Balearen wieder, wo wir den Sommer über im Mallorquinischen Cala Ratjada arbeiten werden.

Budapest & Zypern

Mai 3rd, 2012

Zwischen meiner Wintersaison in Ägypten und meiner Sommersaison in Mallorca als Animateur für FTI verbrachte ich meinen Urlaub in Deutschland. Diesen nutzte ich mit meiner Freundin für einen 9-tägigen Kurztrip nach Budapest und Zypern. Los ging es wieder einmal von Memmingen per Ryanair in die Donaustadt Budapest.

BILD0002

Diese hatte ich bereits mehrmals besucht und erlebte hier Events wie die Budapester Streetparade, das Red Bull Airrace und den Ungarischen Nationalfeiertag. Besonders dieser blieb mir sehr in Erinnerung, ertranken hierbei doch mehrere Menschen in der Donau während eines der heftigsten Unwetter, die ich je erlebt hatte. Dieses Mal führte uns ein Treffen mit unserem indischen Freund Varadan nach Budapest. Dieser kam in knapp 3 Stunden per Zug aus Wien angereist. Nach unserer Landung trafen wir uns mit diesem und bezogen unser 2Night Hostel unweit des Budapester Westbahnhofes. Dieses befand sich rechts der Donau in der ehemaligen eigenständigen Stadt Pest.

BILD0013

Auf der anderen Seite befindet sich Buda, woraus vor einiger Zeit der Zusammenschluss zu Ungarns Hauptstadt Budapest führte. Von hieraus erkundeten wir zuerst die Innenstadt und Gebäude wie das Parlament direkt an der Donau.

BILD0018

BILD0015

BILD0031

BILD0024

BILD0034

Bei ungarischen Leckereien und einem Feuerwerk ließen wir den Abend ausklingen.

BILD0046

BILD0051

BILD0071

BILD0080

BILD0059

Am nächsten Tag liefen wir rüber über die Donaubrücken nach Buda und schauten uns zuerst die Fishermans Bastion mit der Matthiaskirche und die angrenzende Altstadt an.

BILD0104

BILD0119

BILD0145

BILD0142

Danach war der Royal Palace dran, wobei wir noch eine Wachablösung miterleben durften.

BILD0155

BILD0163

BILD0166

BILD0177

BILD0192

BILD0195

Zu Mittag gab es dann eine original ungarische Gulaschsuppe und ungarisches Langos.

BILD0197

Die Innenstadt, in welche wir danach liefen, war heute größtenteils abgesperrt wegen eines Fahrradtages, weshalb auch die Chain-Bridge für den Autoverkehr gesperrt wurde. Die Chain-Bridge ist übrigens die bekannteste und eine der ältesten Brücken in der Donaustadt. In der Innenstadt selbst war viel Geboten und hier ließen wir wiederum den Tag bei zahlreichen Cocktails unweit der St. Stephens Basilika ausklingen.

BILD0041

BILD0212

BILD0211

Das Wichtigste an Sehenswürdigkeiten in Budapest hatten wir bereits an den ersten beiden Tagen gesehen und wer nicht auf Opern und Museen steht, für den bleiben nur noch die zahlreichen alten Thermalbäder, wofür Budapest ebenfalls sehr bekannt ist. Eine andere Möglichkeit sich Budapest anzuschauen bietet auch der River Ride Bus, welcher sowohl an Land als auch im Fluss fahren kann.

BILD0099

BILD0208

Am dritten Tag liefen wir jedoch. Vorbei am Westbahnhof und demTerrorhaus zum Heroes Square und Stadtpark und schauten uns dort das Vajdahunyad Castle an, bevor wir dann in das Szechenyi Thermalbad gingen.

BILD0219

BILD0226

BILD0228

BILD0227

BILD0229

BILD0231

Für umgerechnet 10€ kann man hier in knapp 20 verschiedenen Thermalbecken baden. Besonders beliebt war dabei der Außenpool in diesem historischen alten Prachtbau.

BILD0238

BILD0240

BILD0242

BILD0251

BILD0247

Nach über 5 Stunden heißem Thermalwasser verbrachten wir den Abend in einer Shisha-Bar.

BILD0252

Den Rest des Abends verbrachten wir in unserem Hostel beim Kartenspielen. Das 2Night Hostel kann ich dabei nur jedem empfehlen. Die Angestellten waren superfreundlich und immer sehr bemüht. Zudem war das Hostel sauber und das Frühstück gut. Am nächsten Tag nach besagtem Frühstück verabschiedeten wir uns von Varadan und am Mittag ging unser Flug zurück nach Memmingen.

BILD0266

Nach der Landung in Memmingen fuhren wir in den 30 Kilometer entfernten Kurort Bad Wörishofen und checkten im Landhotel Hartenthal für eine Nacht ein.

BILD0280

BILD0276

Dieses verfügte über eine schöne Pool- und Saunalandschaft und mit dem Blick auf die Zugspitze konnten wir den Tag erholsam herumbringen. Am nächsten Tag sollte unser nächster Ryanairflug ins Zypriotische Paphos folgen. Davor verbrachten wir den Mittag in der wunderschönen Altstadt von Memmingen.

BILD0283

BILD0288

BILD0289

Am Abend führte unser dritter von vier Ryanairflügen in über 3 Stunden auf die drittgrößte Mittelmeerinsel Zypern.

BILD0299

Mit an Bord war eine tschechische Jugendgruppe, welche sich kurz nach Landung in Zypern mit zahlreichen Spirituosen eindeckten und den Flughafen in eine Partymeile umwandelten.

BILD0300

Kurz nachdem der Flughafen um kurz nach Mitternacht dicht machte, kam auch unser Bus in die 16 Kilometer entfernte Hafenstadt Paphos. Dabei fiel uns erst auf, dass auf Zypern Linksverkehr herrscht.

BILD0373

Vom Hafenbahnhof nahmen wir dann letztendlich noch ein Taxi in unser 3,5 Kilometer entferntes Hotel Capital Coast Resort. Vom Taxifahrer erfuhr ich dann noch, dass der FC Bayern während unseres Fluges den Einzug ins Champions-League-Finale geschafft hatte. Im Capital Coast Resort hatten wir eine super Studio-Wohnung für umgerechnet 36€ für das Doppelzimmer pro Nacht. Da das 4-Sterne-Hotel über einen ausgezeichneten Spa-Bereich und einen herrlichen Pool direkt am Meer verfügte, war dies wohl das beste Hotel, in dem ich je für einen so niedrigen Nebensaisonpreis eingecheckt hatte.

BILD0313

BILD0633

BILD0316

Den ersten Tag verbrachten wir komplett am Pool und an der felsigen Mittelmeerküste.

BILD0323

BILD0328

BILD0342

BILD0349

Am Abend liefen wir dann nach Kato Paphos, dem Hafenviertel und verbrachten diesen in einer Cocktailbar. Von hier hatte man einen guten Blick auf das Wahrzeichen von Paphos – die Festung am Hafen.

BILD0370

BILD0369

BILD0372

Paphos gehört zum Weltkulturerbe und es gibt hier zahlreiche antike Ausgrabungsstätten, von denen wir uns jedoch keine ansahen.

BILD0375

Zypern ist vor allem für zwei Dinge bekannt. Zum ersten für die Liebesgöttin Aphrodite. Daher kann man auf Zypern auch den Aphrodite-Felsen und das Bad von Aphrodite anschauen.

BILD0686

Zum zweiten ist Zypern für seine Grenze, der Green Line bekannt, welche Zypern in die griechische Region und die türkische Republik Nordzypern teilt. Da unser Hotel sich im griechischen Teil der Insel befand, fuhren wir am zweiten Tag von der Paphoser Altstadt mit einem Intercitybus nach Nikosia.

BILD0388

BILD0391

BILD0392

BILD0398

Für 9€ pro Person für Hin- und Rückfahrt ging unsere Fahrt in knapp 2 Stunden vorbei an Limassol quer über die ganze Insel in Richtung der 167 Kilometer entfernten Zypriotischen Hauptstadt. 10 Kilometer vor Nikosia hatten wir plötzlich eine Buspanne. Nach einem kurzen Anruf des Busfahrers stand nach nicht mal 2 Minuten ein Ersatzbus neben uns. Kurz umsteigen und schon ging die Fahrt weiter. Dies war wohl eine rekordverdächtige Ersatzbusbeschaffung. In anderen Ländern kann so was gerne mal 1-2 Stunden dauern. Schon von Weitem konnte man die Flagge Nordzyperns sehen, welche provokanterweise gigantisch an einem Berg prangerte.

BILD0504

In Nikosia angekommen liefen wir als erstes zur Ledrastraße in der Nikosier Altstadt. Die Ledrastraße ist die Fußgängerzone von Nikosia und in dieser befindet sich auch der Grenzübergang, an welchem man zu Fuß in den türkischen Teil Zyperns hinüber laufen kann.

BILD0406

BILD0409

Zwischen beiden Grenzen war ein Protestlager aufgebaut, welches u. a. die Wiedervereinigung der beiden Regionen fordert.

BILD0410

BILD0455

BILD0453

BILD0459

BILD0460

Die Grenze selbst ist mit zahlreichen Schießständen gesichert und wird von den Blauhelmsoldaten der UN bewacht.

BILD0468

BILD0622

An der türkischen Grenze bekamen wir nach kurzem Ausfüllen eines Visumbogens ein kostenloses Visum für 30 Tage.

BILD0532

Kaum war man über der Grenze, fühlte man sich gleich wie in der Türkei. Überall gibt es Wettbüros, Döner-Buden, Basare und Atatürk-Denkmäler.

BILD0469

BILD0422

BILD0426

BILD0418

Auch die Flagge der Türkei und die Flagge der türkischen Republik Nordzypern war überall zusehen. Der türkische Teil ist gut ein Drittel von Zypern groß und ist seit 1974 in türkischer Besetzung. Wir liefen zuerst durch die Gassen und dann zu einigen Plätzen mit Atatürk-Denkmälern.

BILD0439

BILD0448

Danach waren die Moscheen dran und der Basar und zu guter Letzt schauten wir uns noch den Buyukhan an.

BILD0433

BILD0435

Der Buyukhan, was so viel heißt wie das große Innere, ist ein alter historischer Komplex, welcher einen großen Hof im Inneren hat. Im Komplex befinden sich zahlreiche alte Läden.

BILD0452

BILD0412

BILD0463

Danach liefen wir wieder zurück in den griechischen Teil der letzten geteilten Hauptstadt.

BILD0470

BILD0476

Hier bestiegen wir den 11-stöckigen Shacolas Tower. In diesem befindet sich ein kleines Nikosiamuseum und von hier aus kann man die ganze Stadt überblicken.

BILD0515

BILD0499

BILD0481

BILD0494

Dabei erkennt man auch, dass die Altstadtmauer von Nikosia wie ein Stern um die Altstadt aufgebaut ist. Außerdem konnte man von hier aus den an der Green Line stationierten türkischen Soldaten beim Volleyballspielen zusehen.

BILD0488

BILD0491

Bevor unser Bus zurück nach Paphos fuhr, entdeckten wir noch unser indisches Lieblingsrestaurant Nando`s, welches in Europa nur Filialen in Zypern und UK besitzt und in welchem es uns schon sehr gut in Südafrika schmeckte.

BILD0522

BILD0531

Den nächsten Morgen verbrachten wir wieder nur am Hotelpool und am Mittag fuhren wir zur wenige Kilometer entfernten Coral Bay. Hier verbrachten wir den Rest des Tages an einem herrlichen Sandstrand.

BILD0631

BILD0538

BILD0558

BILD0569

BILD0589

BILD0592

BILD0596

BILD0601

Am Abend nutzten wir nochmals die Sauna, das Hammam und den Whirlpool unserer Hotel-Spa.

BILD0534

BILD0644

BILD0660

Auch den letzten Tag auf Zypern verbrachten wir schon ab früh morgens am Hotelpool und am Mittag nach einem Cocktail und Snack in einem Hafenrestaurant ging unser Ryanairflug zurück nach Memmingen.

BILD0676

BILD0683

Auf dem Rückweg flogen wir noch über zahlreiche griechische Inseln. Auf diesen sollte schon nur wenige Tage später unsere FTI-Animationsschulung auf Kreta stattfinden.

BILD0734

Da alle vier Flüge zusammen pro Person nur 60€ kosteten und unsere Unterkünfte in der Nebensaison ebenfalls wahre Schnäppchen waren, kostete uns dieser 9-tägige Trip gerade mal knapp 400€.

Safaga, Quseir, Port Ghalib & Kairo

April 19th, 2012

Von der Gegend südlich von Makadi Bay hatte ich bisher wenig gesehen. Dies sollte sich jetzt ändern. An meiner ersten Tagesreise steuerte ich zuerst das Naturschutzgebiet Sharm el Naga an.

SAM_8396

SAM_8360

SAM_8380

Es verfügt über einen wunderschönen Palmenstrand und darf nur an gewissen Stellen betreten werden. Außerdem hat es ein Riff zum Tauchen. Aber auch hier herrscht Bauboom und bald ist hier das zweite Hotel bezugsfertig. Ein Pool in Strandnähe gibt es schon länger. Danach lief ich einige Kilometer durch die Wüste in Richtung Soma Bay. Zuerst durchquerte ich zufällig eine Militärzone bis ich an der wunderschönen Soma Bay angekommen war. Soma Bay hat ebenfalls ein Naturschutzgebiet (Ras Abu Soma), welches sich an der Spitze der langen Bucht befindet und komplett unbebaut ist.

SAM_8409

Gleich anschließend folgen einige Hotels und dann ein ewig langer menschenleerer Sandstrand. Diesen lief ich in Richtung Safaga entlang und kam dabei immer wieder zu einigen schönen Luxushotels. Das schönste Hotel mit dem besten Palmenstrand war das Palm Royale Soma Bay. Der Palmenstrand ist auch in zahlreichen Katalogen abgebildet.

SAM_8470

SAM_8544

SAM_8486

An den Stränden sieht man überall große Salzablagerungen, die den Strand schneeweiß wirken lassen. Das Meereswasser rund um Safaga ist um 35% salziger als sonst üblich, daher soll hier bald auf Kurtourismus gesetzt werden. Auch bei Kitesurfern ist die Gegend sehr beliebt.

SAM_8402

SAM_8496

SAM_8493

SAM_8507

Einige Kilometer vor Safaga kommen dann die ersten Hotels, die zu Safaga gehören. Darunter auch das Sol y Mar Paradise in dem meine Schwester mehrere Monate gearbeitet hatte. Das Hotel ist sehr klein und hat die besten Tage wohl schon hinter sich. Der Strand ist aber sehr schön.

SAM_8516

Hier besuchte ich auch meine FTI-Kollegin Irina und diese begleitete mich weiter am Strand entlang bis in die Hafenstadt Safaga.

SAM_8529

Safaga liegt ca. 55 km südlich von Hurghada und hat praktisch keinerlei Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die hässlichste Stadt, die ich seit langem gesehen hatte, ist eigentlich nur für seinen Hafen bekannt, einer der größten am Roten Meer, welcher auch schon im Römischen Reich genutzt wurde. Hier legen auch regelmäßig Aida-Schiffe an und deren Landausflüge starten von hier aus nach Luxor.

SAM_8530

Das Einzige was hier heute noch auffällig war, waren die vielen Soldaten vor den Wahllokalen, da heute erneut gewählt wurde. Taxis gab es in der Stadt auch keine. Lediglich mit privaten Taxis kommt man aus der Stadt heraus. Auf der Rückfahrt mit dem Taxi merkte ich erst, was für eine gigantische Strecke ich am heutigen Tage zu Fuß zurückgelegt hatte. Insgesamt waren es knapp über 20 Km.

SAM_8931

Einige Wochen später kam ich noch mal dazu mir Soma Bay aus der Nähe anzuschauen. Ich begleitete meine Schwester zu einem Bewerbungsgespräch in den Robinson Club in Soma Bay und nutzte währenddessen die Gelegenheit mir die wunderbaren Strände und das Naturschutzgebiet an der Spitze der Soma Bay anzuschauen.

SAM_8912

SAM_8923

SAM_8951

SAM_8957

SAM_8960

Danach feierten wir den neuen Job meiner Schwester in einem Restaurant in Safaga und besuchten die Animateure in ihrem ehemaligen Hotel und machten mit diesen Sport.

SAM_8970

SAM_8983

Zurück in Hurghada nahmen wir noch die Einladung zum Cous-Cous-Essen eines tunesischen Freundes an.

SAM_8996

Das erste richtig warme Wochenende nutzten ich und meine Schwester zu einem Inselausflug. Mit unseren Freunden einer Kitesurfschule verabredeten wir uns um 9:00 Uhr morgens an der Marina. Wir gaben uns voll den Stress um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein, doch unsere ägyptischen Kollegen kamen wie üblich wieder 50 Minuten später. Mit dabei waren auch noch zwei Deutsche die auf der Insel für 150€ am Tag Kitesurfen lernen wollten.

SAM_8723

Mit einem Speedboot waren wir in gut 10 Minuten auf dem Stückchen Strand auf der Giftun-Insel, welcher sich Orange Bay nennt. Normale Boote benötigen hierfür gut 45 Minuten. Das Speedboot wackelte dafür deutlich mehr und mit diesem konnten wir geschickt die vielen Riffe umkurven. Um die Orange Bay herum liegt ein Naturschutzgebiet, welches nicht betreten werden darf.

SAM_8599

SAM_8616

SAM_8608

Die Orange Bay selbst verfügt über einen wunderbaren flachen Strand, in welchen man viele hundert Meter hineinlaufen kann bis die ersten Riffe kommen. Das Camp selbst hat einen langen Steg und zahlreiche Schirme, Hängematten, Zelte, ein Restaurant und eine Bar.

SAM_8622

SAM_8630

SAM_8636

Wir hatten die ganze Bucht für uns alleine, da keine Touristen mehr hier vor Anker gingen. Während die anderen Kitesurften, lagen wir den ganzen Tag bei herrlichem Wetter in der prallen Sonne. Lediglich einen kleinen Kurs über das Steuern eines Kitesurf-Schirmes machten wir mit.

SAM_8649

SAM_8674

SAM_8666

SAM_8682

SAM_8697

SAM_8690

Nach dem vielen Sonnenbaden liefen wir am Abend noch auf einen angrenzenden Hügel und genossen von hier aus die Aussicht. Kurz vor Sonnenuntergang liefen wir wieder in den Hafen Hurghadas ein.

SAM_8711

Nach Sahl Hasheesh, den Ort zwischen Hurghada und Makadi Bay lief ich an einem weiteren freien Tag von Makadi Bay aus zu Fuß.

SAM_8750

SAM_8764

SAM_8851

Zuerst musste ich ein Stückchen Wüste durchqueren und schon war ich auf der neu angelegten Uferpromenade von Sahl Hasheesh. In Sahl Hasheesh (was für ein klangvoller Name) hat man sich richtig Gedanken gemacht, bevor der Ort gebaut wurde. Hier gibt es alles, was ich in Ägypten bisher vermisst habe. Zum einen gehen hier die Hotels nicht bis hin zum Strand, sondern die Uferpromenade wurde schon angelegt bevor überhaupt das erste Hotel stand. Die Hotels sind zwar noch größtenteils im Bau, aber die meisten sind deutlich exklusiver als was ich bisher in Ägypten gesehen habe.

SAM_8780

SAM_8784

Einige Hotels sind Sehenswürdigkeiten wie dem Luxor-Tempel nachempfunden. Der Ort wird wohl nach seiner Fertigstellung ein deutlich exklusiveres Publikum ansprechen. Des weiteren gibt es hier ein Stadtzentrum mit wunderschönen Gassen, welches aber noch nicht ganz fertig ist.

SAM_8809

SAM_8795

SAM_8797

SAM_8799

SAM_8802

SAM_8803

Eine wunderschöne Parkanlage mit Säulengängen wurde auch angelegt. Von Sahl Hasheesh aus schlug ich mich nach Hurghada durch und verbrachte den Rest des Tages am Pool.

SAM_8815

SAM_8820

SAM_8831

SAM_8836

Wenige Wochen später verbrachten wir einen ganzen Tag gemeinsam mit unseren italienischen Freunden am wunderschönen Strand von Sahl Hasheesh. Dabei ging ich mehrmals Schnorcheln und traf in einem Riff, welches sich um einige Pfeiler gebildet hatte, auf einen riesigen Fisch. Erst daheim im Internet erfuhr ich, dass ich froh sein konnte diese Begegnung unbeschadet überlebt zu haben. Der über 1,5 Meter lange Fisch mit seinen messerscharfen Zähnen war ein riesiger Barrakuda und gilt allgemein als gefährlicher wie Haifische. Ausgewachsen haben sie eine Größe von 1,4 m bis 2 m. Es gab bereits weltweit zahlreiche Angriffe auf Menschen, wobei sie mit ihren riesigen Zähnen ganze Körperteile abtrennen können. Ich hatte zwar schon mal von Barrakudas gehört, jedoch wusste ich nicht wie diese aussahen und war mir in dem Moment über die Gefahr nicht bewusst. Im Gegenteil, einen Moment lang wollte ich sogar noch auf ihn zuschwimmen um ihn zu verjagen. Sein grimmiger Blick und seine wahnsinnige Größe hielten mich jedoch davon ab.

ZDSCI0033 (12)

ZDSCI0033 (16)

ZDSCI0033 (14)

ZDSCI0033 (27)

ZDSCI0033 (33)

Kairo konnte ich nach 2009 auch mal wieder einen Besuch abstatten. Es war zwar nur ein Tagesausflug, jedoch war für mich dieser über meinen Arbeitgeber FTI völlig kostenlos. Am frühen Sonntagmorgen um kurz nach Mitternacht ging es mit einem Minibus und 5 weiteren Touristen die über 460 Kilometer in Richtung Kairo. Die Nacht verbrachte ich meist schlafend und nach knapp 7 Stunden waren wir vor den Toren Kairos.

1ZZDSCI0338 (173)

Die größte Stadt Afrikas mit weit über 22 Millionen Einwohnern ist ein riesiges Moloch, was sich Stück für Stück immer weiter hinein in die Wüste ausbreitet. Die Stadt wird auch Big Mango genannt und ein ägyptisches Sprichwort sagt, “wer Kairo nicht gesehen hat, hat die Welt nicht gesehen“. Das erste was wir von Kairo sahen, war das absolute Verkehrschaos und 90 Minuten Stau ohne jegliches Vorankommen.

1ZZDSCI0338 (340)

Die erste Sehenswürdigkeit war der riesige Friedhof Kairos, auf welchem mehrere Millionen Menschen wohnen. Dabei handelt es sich um die Ärmsten der Armen.

1ZZDSCI0338 (12)

Vorbei an der riesigen Mohamed-Ali-Moschee fuhren wir durch Wohnviertel, die von gefühlten tausenden Minaretten, Zwiebeltürmen und Moscheen überragt wurden. Hier in der Nähe war unser erster Stopp am Khan El-Khalili Basar. Der Basar gilt als die Mutter aller Basare in der Arabischen Welt und ist ein endloses Labyrinth. Er wurde schon oft zum Ziel terroristischer Anschläge und daher wurden wir auf unserem ganzen Weg durch die Gassen von einem Sicherheitsbeamten mit Waffe begleitet.

1ZZDSCI0338 (27)

1ZZDSCI0338 (19)

1ZZDSCI0338 (22)

Der Basar war so früh am Morgen leider noch nicht komplett geöffnet, was ihm ein bisschen den Charme nahm. Die uralten Gebäude und Tore waren aber sehenswert. Die beiden Mädels in unserer Reisegruppe waren natürlich beide mit Hotpants bekleidet, das perfekte Outfit um sich Kairo anzuschauen. So mussten sie die zahlreichen Witze, das anschließende laute Gelächter und die perversen Blicke der hier zahlreichen Bauarbeiter über sich ergehen lassen. Außerdem haben jetzt einige Soldaten mehr Bilder auf ihren I-Phones von Europäerinnen in Hotpants.

1ZZDSCI0338 (31)

Unserer weiteren Stadtrundfahrt folgte ein Stopp im Zentrum am Ägyptischen Museum. Auch hier und bei den Pyramiden kam es in den letzten Jahrzehnten zu mehreren Anschlägen auf Touristische Reisegruppen.

1ZZDSCI0338 (63)

Während sich unsere Reisegruppe 2 Stunden lang das Museum anschaute, lief ich lieber durch die Stadt, da ich besagtes Museum schon 3 Jahre zuvor ausreichend besichtigt hatte.

1ZZDSCI0338 (65)

1ZZDSCI0338 (69)

Direkt neben dem Ägyptischen Museum befindet sich die ehemalige Machtzentrale Mubaraks, welche so komplett ausgebrannt beeindruckend aussah. Mein Weg führte als erstes zum Nil. Hier blickte ich von einer Brücke über die herrliche Stadt.

1ZZDSCI0338 (100)

1ZZDSCI0338 (75)

1ZZDSCI0338 (102)

1ZZDSCI0338 (109)

Unter mir fuhren Boote vorbei, auf welchen überall spontan getanzt wurde. Manche Jugendliche boten Tänze, die an Bollywood erinnerten und kamen von Jugendlichen in meinem Alter, welche sich so ihre Langeweile vertreiben. Am Nilufer entlang standen tausende junge Menschen und blickten aufs Wasser. Diese pulsierende Stadt gefiel mir schon 2009 sehr gut und ist für mich die einzige wirklich interessante Stadt in Ägypten. Hurghada ist dagegen ein winziges Dorf.

1ZZDSCI0338 (76)

1ZZDSCI0338 (112)

Danach lief ich zum Tahrir-Platz, dem Platz dem mittlerweile so gut wie jedem Menschen auf dieser Erde bekannt sein dürfte. Hier waren immer noch zahlreiche Zelte von Protestlern zu sehen.

1ZZDSCI0338 (55)

1ZZDSCI0338 (140)

1ZZDSCI0338 (150)

1ZZDSCI0338 (134)

Des weiteren hingen überall Plakate und Protestgraffitis prangerten von den Mauern. Auch Bilder von den Opfern der Revolution waren zu sehen.

1ZZDSCI0338 (152)

1ZZDSCI0338 (154)

1ZZDSCI0338 (156)

Am Platz wurde ich noch von mehreren freundlichen Menschen angesprochen, einer war zum Beispiel ein palästinensischer Flüchtling, welcher aber kein Geld von mir wollte, sondern nur ein Tipp an welche Behörde er sich, damit man ihm hilft, wenden könnte.

1ZZDSCI0338 (158)

1ZZDSCI0338 (159)

1ZZDSCI0338 (166)

Zurück am Ägyptischen Museum ging es per Bus rüber aufs Westufer des Nils nach Gizeh. Hier speisten wir zuerst in einem guten Restaurant und danach ging es zu den weltberühmten Pyramiden von Gizeh. Sie sind das noch einzige existierende Weltwunder der Antike. Da es bereits mein zweiter Besuch hier war, war ich nicht mehr ganz so beeindruckt wie beim ersten Mal, schön anzusehen sind sie aber immer noch.

1ZZDSCI0338 (215)

1ZZDSCI0338 (189)

1ZZDSCI0338 (191)

Beeindruckender fand ich aber die penetrant nervenden Händler rund um die Pyramiden. Ich kann damit mittlerweile locker umgehen, aber manchen Touristen rauben sie die letzten Nerven. Es steht jedoch rund um die Pyramiden immer Touristenpolizei zur Abschreckung der Händler in der Nähe. In den Nachrichten wird immer vom geringen Touristenaufkommen an den Pyramiden berichtet. Für mich war aber kein Unterschied zu 2009 zu erkennen. Nur die bettelnden Händler schienen mehr geworden zu sein.

1ZZDSCI0338 (228)

1ZZDSCI0338 (206)

1ZZDSCI0338 (214)

1ZZDSCI0338 (252)

1ZZDSCI0338 (231)

1ZZDSCI0338 (245)

Im Eintrittspreis von 60 Pfund ist übrigens auch die Besichtigung der Sphinx mit enthalten, welche wir uns auch noch ansahen. Da das Wetter heute sehr klar war, konnten wir noch zahlreiche weitere Pyramiden von hier aus sehen, welche sich viele Kilometer entfernt von Gizeh befinden.

1ZZDSCI0338 (284)

1ZZDSCI0338 (273)

Als letzter Programmpunkt war noch ein Besuch bei einer ägyptischen Familie eingeplant. Diese stellte sich aber als ein Verkaufsclan in einem Parfumshop heraus. An den Wänden hingen Bilder von zahlreichen Prominenten, welche bereits den Shop besucht haben sollen. Da dies aber nicht die erste Promi-Bilderwand in einem Shop war, welche ich gesehen hatte, gehe ich eher davon aus, dass dies nur eine weitere Masche der Ägypter ist, um Vertrauen bei den Touristen zu schaffen.

1ZZDSCI0338 (287)

Am Nachmittag folgte unsere Rückfahrt. Unterwegs kamen wir an der Stadt Ain Sukhna vorbei.

1ZZDSCI0338 (308)

1ZZDSCI0338 (319)

Hier waren überall riesige Containerschiffe zu sehen, da die Stadt sich nur unweit vom Suez-Kanal befindet. Von hier aus bis Zafarana und weiter bis nach Hurghada folgte auf mehreren hundert Kilometern ein Luxus-Hotel nach dem anderen. Bisher hatte ich angenommen, dass nur die Region rund um Hurghada so touristisch zugebaut sei. Jedoch gibt es hier weit und breit keinen Flughafen der touristisch genutzt wird, weshalb die Hotels hauptsächlich von reichen Ägyptern aus Kairo genutzt werden. Zafarana ist auch bekannt für seine sehr flache und stürmische Wüste, weshalb hier mehrere tausend Windräder stehen. Um 21.30 Uhr ging unser Tagestrip in Hurghada zu Ende.

Politisch wird Ägypten ja mittlerweile komplett von den Muslimen regiert. Die Muslim Brüder, die an der Macht sind, geben sich zwar immer sehr weltoffen, wenn man jedoch die Vergangenheit der Partei betrachtet, kann man aber große Zweifel haben, ob diese nicht wirklich irgendwann den Tourismus negativ beeinflussen. Man kann nur hoffen, dass ihnen da Geld durch die Touristen wichtiger ist, als das woran sie glauben. Für die koptischen Christen werden jedoch schwere Zeiten in Ägypten vorausgesagt, gerade jetzt wo auch noch der koptische Papst Schenuda III verstorben ist, welcher für die Kopten so wichtig ist, wie bei uns der Papst. Meine Zeit in Ägypten hat nun nach 5 Monaten sein Ende gefunden. Damit gehen für mich auch 5 Monate im 5 Sterne Luxus-Resort zu Ende. Auch andere Arbeitskollegen verließen in den letzten Tagen das Hotel. Viele wurden dabei gerade Mal mit 100 Dollar pro Arbeitsmonat abgespeist. Wir hingegen bekamen locker das x-Fache. Zum Schluss musste ich mich noch von einigen meiner vielen hunderten Arbeitskollegen verabschieden. Dabei fiel mir auch auf wie gering der Anteil der ägyptischen Frauen in unserem Hotel ist. Gerade einmal fünf Frauen im Vergleich zu mehreren tausend Männern. Auch ein paar gute Freunde, die mich Woche für Woche mit ihrem Taxi von Makadi Bay nach Hurghada gebracht hatten, musste ich verabschieden. Sie haben wirklich einen harten Job und schlafen oft nächtelang im Taxi und das voller Hoffnung einen Touristen zu finden, der ihnen mal locker ein ganzes Monatsgehalt für eine einzige Taxifahrt hinlegt. Die ein oder andere Geschichte über solch gutgläubige Touristen hatte ich mir immer wieder gerne angehört.

An meinen beiden letzten Tagen in Ägypten wollte ich mir noch die Touristengegend Marsa Alam anschauen. Nach meinem letzten Arbeitstag checkte ich morgens um 5.00 Uhr aus meinem Hotel in Makadi Bay aus. Hier wurde ich von meinem Kollegen Mustafa geholt und während schon langsam die Sonne aufging, fuhren wir vorbei an Safaga die Rote Meer Küste entlang in Richtung Urlauberregion Marsa Alam.

DSCI0002 (86)

Kurz nach Safaga kamen wir an dem unbeschrankten Bahnübergang vorbei, welcher mir bereits aus den Medien ein Begriff war. An diesem kam es zu mehreren schweren Zusammenstößen zwischen Touristenbussen und Zügen. Dabei starben auch mehrere deutsche Urlauber. Ägyptens Straßen gehören zu den gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr sterben rund 6.000 Menschen.

DSCI0002 (83)

Die Region hier ist bekannt für den Abbau von verschiedenen Gesteinen wie z. B. Alabaster und dieser wird hier von Zügen zum Hafen gebracht und auf Containerschiffe verladen. Unser erster Stopp war in der zweitgrößten Stadt am Roten Meer El Queseir. Nach einem Tee am frühen Morgen fuhren wir weiter bis Port Ghalib.

DSCI0002 (12)

Port Ghalib liegt ca. 210 Kilometer südlich von Hurghada und ist die einzige etwas größere Ortschaft in der Region Marsa Alam. Marsa Alam ist selbst nur ein kleines Dorf noch etwas südlicher. Unter dem Begriff Marsa Alam ist aber die gesamte Küste mit seinen unzähligen Hotels bekannt. An diesen kamen wir im Minutentakt vorbei. Am Stadtrand von Port Ghalib befindet sich auch der Internationale Flughafen Marsa Alam, welcher 2001 neu eröffnet wurde. Davor stand hier ein Militärflugplatz und die komplette südliche Gegend von hier war bis 1999 militärisches Sperrgebiet. Port Ghalib ist eine Wüstenstadt vom Reisbrett. Die Stadt wird schon verglichen mit El Gouna, soll jedoch noch größer und noch besser werden.

DSCI0002 (101)

DSCI0002 (6)

Wenn diese künstliche Stadt einmal fertig sein sollte, dann sollen hier über 170 Shops, Restaurants und 23 Hotels inkl. Golfplatz für Gäste bereitstehen und 3 Milliarden US-Dollar investiert sein. Es soll sogar eine Müllverbrennungsanlage entstehen und das in einem Land, in dem an jedem Busch mindestens eine Plastiktüte hängt. Bei meinem Besuch hier waren bisher nur die Hafenanlage, der Souk und ein paar Hotels fertig. Bisher ist jedoch nur ein kleiner Teil der Stadt fertig gestellt (im Bild rot markiert).

DSCI0002 (14)

Die Marina bietet Platz für über 1.000 Luxusyachten. Unter ihnen befand sich auch die Port Ghalib, die Yacht des Schöpfers Port Ghalibs Nasser al Kharafi. Am Bau beteiligt waren auch die Erbauer des südafrikanischen Traumhotels Sun City.

DSCI0002 (23)

DSCI0002 (20)

Die Stadt wirkt derzeit aber noch sehr ausgestorben, dennoch sollen durch für ägyptische Verhältnisse sehr teure Preise eine gewisse Exklusivität vermittelt werden. Zum Beispiel die Kugel Eis für 1,30 € oder Pasta mit Getränk für 14 €. Zuerst liefen wir durch die Gassen des Basars. Auch hier war Ägyptens beliebtester Fußballer überall allgegenwärtig.

DSCI0002 (27)

DSCI0002 (29)

Die meisten Basarangestellten beklagten die wenigen Touristen und das schlechte Geschäft, das sie bei den hohen Ladenmieten machten. Nach dem Besuch der Marina erhielten wir noch eine Führung durch das gigantische Intercontinental Hotel.

DSCI0002 (38)

Dieses verfügt über eine gigantische Lagune, welche von mehreren Hotels genutzt wird. Danach besuchten wir noch dutzende Freunde und Verwandte von Mustafa. Er war hier Jahre zuvor einer der ersten Taxifahrer und zahlreiche Familienmitglieder von ihm verdienen hier ihr Geld.

DSCI0002 (31)

Von Port Ghalib fuhren wir wieder 80 Kilometer zurück bis nach El Queseir. Hier fuhren wir zuerst zum Stadtstrand von El Queseir. Die Stadt wirkt sehr alt und durch seine engen Gassen sehr verwinkelt. Die malerische Altstadt hat ein sehr italienisches Flair. Hier leben rund 70.000 Menschen und davon kannte Mustafa wieder einen Großteil.

DSCI0002 (66)

DSCI0002 (52)

DSCI0002 (55)

In der ägytischen Kultur ist es üblich, dass hier jeder jeden kennt, ganz anders wie in Europa, wo die meisten nicht mal ihre Nachbarn kennen. Danach lud mich Mustafa nochmals zu seiner Tante ein. Diese lebte mit ihrer Familie und vielen Kindern in den engen Gassen El Queseirs. Sie lebten in einem winzigen Haus, in dem alle Familienmitglieder den größten Teil des Tages sich in einem Raum aufhalten. Hier saßen wir eine ganze Weile und wurden typisch ägyptisch sehr gut umsorgt.

DSCI0002 (71)

DSCI0002 (78)

Der letzte Halt von uns war noch an der Osmanischen Festung von Sultan Selim. Dieser war im 16. Jahrhundert Herrscher über Ägypten. Bevor wir nach Hurghada zurückfuhren, tankten wir noch mal voll. Hier in der Gegend gab es noch ausreichend Benzin. Im Rest von Ägypten herrschte seit Tagen Benzinmangel. Die meisten Taxifahrer warten rund 2 Stunden bis sie tanken können. Größere Transporter stehen oft die ganze Nacht in der kilometerlangen Schlange vor den Tankstellen.

DSCI0006

An meinem letzten Tag in Ägypten ging ich noch den ganzen Vormittag in den Rutschpark Aqua Jungle Park. Obwohl ich 5 Monate Zeit hatte, gelang mir dies erst in den allerletzten Stunden meines Aufenthaltes.

DSCI0035

DSCI0009

Zu guter Letzt verpasste ich noch beinahe mein Flugzeug in die Heimat. Da mein Flug ein Charterflug war und ich bereits 5 Monate in diesem Land war, durfte ich diesen eigentlich nicht wahrnehmen und dies aufgrund einer unsinnigen Regelung Ägyptens. Meine Schwester wurde bereits schon einmal der Zustieg verweigert, bei mir wurde es in letzter Minute doch noch gestattet. Leider hatte ich dann auch noch etwas zu viel Übergepäck und konnte dieses nicht bezahlen, da ich nirgendwo Geld am Automat bekam. Nach über einer Stunde Koffer hin und her packen, verzweifelter Geldbeschaffung, Streitereien mit den Flughafensecuritys und mehrmaligem hin und her rennen durch das Flughafengebäude, erreichte ich doch noch total nassgeschwitzt mein schon längst verpasst geglaubtes Flugzeug. Das ganze Flugzeug wartete tatsächlich nur auf mich, Danke Condor.

1ZZDSCI0338 (339)

Die Zeit in Ägypten behalte ich mit vielen Herausforderungen in guter Erinnerung. Ich habe hier teils sehr krasse Erfahrungen gemacht und musste viele Dinge erleben, an die ich mich noch lange erinnern werde. Trotzdem hatte ich eine unvergessliche und schöne Zeit und werde durch meine hier lebende Familie noch lange mit diesem beeindruckenden Land verbunden bleiben. Nach 5 Monaten Wüste muss ich mich jetzt wieder für wenige Wochen an das grüne Deutschland gewöhnen.

Sharm el Sheikh, Israel & Palästina

März 31st, 2012

Meine 5 Tage Urlaub nutzte ich zu einem Kurztrip nach Sharm El Sheikh. Mit auf diesen Trip begleitete mich meine Schwester. An einem Mittwochmorgen ging unser Egyptair-Flug (44€ pro Strecke) eine Stunde verspätet von Hurghada nach Sharm el Sheikh auf der Sinai-Halbinsel, welche ja bereits auf dem asiatischen Kontinent liegt.

DSCI0694

Egyptair ist übrigens, was die Sicherheit angeht, an allerletzter Stelle aller Fluggesellschaften, welche in der EU landen dürfen und auch bei Unfällen und Abstürzen mit tödlichem Ausgang führend. Die 20 Minuten Flug überstanden wir jedoch ohne Probleme. Vom Flugzeug aus konnte man die wunderbaren Riffe im Roten Meer besonders gut sehen.

DSCI0019

DSCI0036

DSCI0059

Am Airport nahmen wir uns an der Hauptstraße einen Minibus für 2,5 Pfund pro Person zur Naama Bay. Das ganze wäre per Taxi zwanzig Mal teurer gewesen. Naama Bay ist das touristische Zentrum von Sharm el Sheikh. Der Name des Ortes bedeutet übrigens “Bucht des weisen alten Mannes”. Die weiteren Stadtteile sind die Sharks Bay in der Nähe des Flughafens, die Nabq Bay ganz im Osten und Hadaba (Ras um Sid) die Altstadt ganz im Westen an die Naama Bay angrenzend.

DSCI0062

DSCI0330

DSCI0065

In Naama Bay hatten wir ein vergünstigtes 4 Sterne Hotel über einen Freund gebucht. Das Sharm Cliff Resort. Von diesem hatte man einen herrlichen Blick über die Naama Bay. Es verfügte über keinen direkten Zugang zum Strand, hatte jedoch einen Shuttle-Bus zu zwei sehr schönen Privatstränden.

DSCI0394

DSCI0070

Den ersten, welcher zur Pacha-Disco gehörte und wohl der exklusivste an der Naama Bay war, hatte den Namen Wind Beach und an diesem verbrachten wir den ganzen Tag. Der Strand von Sharm el Sheikh wurde vor kurzem zu den 20 schönsten Stränden der Welt gewählt. Mit Platz 16 wurde er zum Beispiel von Traumstränden wie dem White Beach (Platz 6) auf Boracay, an dem ich im Jahr davor lag, geschlagen.

DSCI0707

Vor dieser Reise nach Sharm el Sheikh und auch vor meinem Ausflug nach Israel und Palästina hatten mich viele meiner Freunde und Verwandte gewarnt und sich Sorgen gemacht. Auch das deutsche Auswärtige Amt warnt derzeit für die komplette Sinai-Region. Sogar meine Arbeitskollegin, die zuvor 2 Jahre in Sharm el Sheikh gelebt hatte, sagte kurz vor meiner Reise ihren Urlaub hier aus Bedenken ab. Wenige Wochen zuvor kamen bei einem Anschlag in Sharm el Sheikh Touristen zu Schaden. Auf dem Old Market im Stadtteil Hadaba schoss ein Attentäter um sich und tötete einen französischen Tourist und verletzte einen Deutschen und zwei Ägypter schwer.

DSCI0639

Wenige Tage später wurde eine Touristengruppe in der Nähe von Sharm el Sheikh auf dem Weg zum St. Katharinen Kloster überfallen und zwei amerikanische Touristinnen wurden dabei entführt. Kurz darauf wurden drei Koreaner entführt und in den letzten Tagen 2 Brasilianer. Die Entführungen gehen alle auf das Konto der Beduinen, die auch immer wieder Menschen überfallen und seit Monaten für Unruhe im Sinai sorgen. Sie bekamen zu Mubaraks Zeiten Schutzgeld von der Regierung bezahlt. Nach dem Sturz Mubaraks blieb das Geld aus. Da die Beduinen den Sinai als ihr Land ansehen, versuchen sie mit solchen Entführungen die Hotelbetriebe zu erpressen und dem Tourismus zu schaden. Da auch das Auswärtige Amt vor dem Ausflug zum St. Katharinen Kloster warnt, verzichtete ich auf diesen. Außerdem hatte ich aufgrund meines Israel-Ausfluges sowieso nur wenig Zeit im wunderschönen Sharm el Sheikh.

DSCI0083

Meine Schwester wollte auch zuerst mit nach Israel, verzichtete dann aber doch aufgrund der derzeit sehr kritischen politischen Situation vor Ort. Für mich war Israel ein langersehnter Trip. Es ist zwar ein Krisengebiet, aber für mich war das Risiko einer Fahrt dorthin kalkulierbar, schließlich besuchen täglich tausende Touristen Jerusalem und Israel. Am Abend wurde ich dann von der Reisegesellschaft Sharm-Reisen zu meinem Ausflug nach Israel & Palästina abgeholt. Zuerst wurden weitere Gäste eingesammelt und gleich kurz nach Sharm el Sheikh gingen die Probleme los. Ich erfuhr, dass am Morgen Beduinen in ganz Sharm el Sheikh die Straßen verbarrikadierten und für Unruhe sorgten. Gleich am ersten Militär-Checkpoint hinter Sharm el Sheikh hielt uns das Militär eineinhalb Stunden fest. Als sich genug Reisebusse hinter uns gesammelt hatten, fuhren wir im Konvoi los, beschützt von einem Polizeifahrzeug. Dieses legte ein solches Tempo vor, dass jetzt ein Wettrennen zwischen den Bussen begann, da jeder an dem Begleitfahrzeug dranbleiben wollte. Die kurvige Straße führte durchs dunkle Sinai-Gebirge vorbei an den gefürchteten Beduinen-Dörfern, welche lautstark von der Polizei aufgeschreckt wurden. Die ersten Beduinen sahen wir an einer Tankstelle bei Dahab. Sie fuhren alle teure Autos und sahen aus wie die Scheichs in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

DSCI0077

Bei Dahab ging das ganze Militär-Checkpoint-Theater wieder von vorne los. Und wieder ging es im Konvoi bis nach Nuweiba. In Nuweiba wieder ein Militärcheckpoint und von hier aus konnte man bereits die ersten Blicke nach Saudi Arabien hinüberwerfen. Die ersten Deutschen um mich herum bereuten es bereits, dass sie ihr sicheres 5-Sterne Hotel verlassen hatten und wären am liebsten umgedreht. Nach über 5 Stunden erreichten wir die nur 230 Kilometer von Sharm el Sheikh entfernte Grenzstadt Taba.

DSCI0078

Hier mussten wir uns von unserem kleinen Bus und unserem Reiseleiter verabschieden und hatten nun 2 Kilometer Grenze zu Fuß zu durchlaufen. An der ägyptischen Grenze ging alles noch recht zügig. Dafür dauerte es an der israelischen umso länger. Die Grenzbeamten in Israel waren allesamt in meinem Alter und alle sehr gut ausgestattet mit der neuesten Technik. Man musste sich durchsuchen lassen und bekam an verschiedenen Stellen Fragen gestellt. Und dann haute ein Beamter den israelischen Stempel in meinen deutschen Reisepass. Der deutsche Reisepass öffnet dir fast alle Türen auf dieser Welt, der israelische Stempel im Pass schließt dir wieder alle Türen zur Arabischen Welt. Ausnahmen sind Ägypten und Jordanien. Nächsten November bei meinem Weltreisestart in Qatar werde ich damit wohl Probleme haben. Ein Visum benötigt man für Israel nur, wenn man vor dem 01.01.1928 geboren wurde. Damit will man ausschließen, dass Deutsche, die etwas mit der Judenverbrennung im 2. Weltkrieg zu tun hatten, nach Israel einreisen. Um kurz nach 2 Uhr nachts stand ich dann endlich auf israelischem Boden.

DSCI0087

Insgesamt war die Einreise komplizierter als etwa in die USA. Auf der anderen Seite der Grenze wartete ein neuer Reiseleiter auf uns und ein noch größerer Bus. Mit diesem fuhren wir zuerst durch die israelische Grenzstadt Eilat. Diese faszinierte mich sofort. Eilat hat gut 50.000 Einwohner und 13.000 Hotelbetten. Die ganze Stadt sah aus wie Klein-Las-Vegas, überall Hotels, Leuchtreklamen, Casinos und Shoppingcenter. Die Straßen waren voll mit Partygängern, schließlich war am heutigen Tage der jüdische Feiertag Purin. Von hieraus sah man auch auf die jordanische Stadt Aqaba, nach der das Rote Meer hier in diesem Vier-Länder-Eck benannt ist (Golf von Aqaba).

DSCI0089

Nachdem wir Eilat verlassen hatten, waren wir somit durch alle Städte gefahren, in denen es in den letzten Jahren schwere Terroranschläge gab. Hier eine kleine Chronik der Straße des Terrors:

Sharm el Sheikh am 23. Juli 2005: Bei einer Anschlagsserie auf Hotels und einen belebten Basar im ägyptischen Ferienort Sharm el Sheikh werden mindestens 83 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.

Dahab am 24. April 2006: Bei drei Explosionen im ägyptischen Badeort Dahab werden mindestens 24 Menschen getötet, darunter ein Kind aus Deutschland. Es gibt mehr als 60 Verletzte.

Nuweiba & Taba am 07. Oktober 2004: Bei Anschlägen auf das »Taba Hilton«-Hotel an der israelisch-ägyptischen Grenze sowie zwei Touristencamps bei Nuweiba werden 34 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt. Die Opfer sind zumeist Israelis.

Eilat am 18. August 2011: Bei koordinierten Anschlägen auf Busse und Pkws nahe der israelischen Grenzstadt Eilat werden 8 Menschen getötet und über 30 verletzt.

Die Attentäter kamen bei allen Anschlägen zum größten Teil aus Ägypten selbst. Der bekannteste ägyptische Attentäter ist aber immer noch der Kopf der Attentate auf das World Trade Center in New York, Mohamed Atta. Auch ein beliebtes Anschlagsziel zwischen Israel und Ägypten ist die Erdgas-Pipeline im Sinai, die seit dem Sturz Mubaraks bereits zum 13. Mal Ziel eines Anschlages wurde. Eigentlich hatte ich geplant die ganze Nacht im Bus zu schlafen, aufgrund der Grenzformalitäten kam ich aber erst am frühen Morgen zu etwas Schlaf. Die Grenzen zu Ägypten und Jordanien sind übrigens die einzigen Grenzen über die man per Landweg nach Israel einreisen darf. Die Grenzen zu Syrien und dem Libanon sind dauerhaft geschlossen. Als ich nach gut 3 Stunden Schlaf wieder zu mir kam, hatten wir bereits das Arava-Tal bzw. Jordanien-Tal durchquert und es war schon hell.

DSCI0094

Es empfang uns ein wunderschönes Wetter, wobei es Tage zuvor das erste Mal seit 4 Jahren wieder geschneit hatte. Es war so heftig, dass in Jerusalem der Busverkehr zusammenbrach und Schulen geschlossen werden mussten. Die Klagemauer war von Schnee bedeckt. Aus dem Bus hatte ich einen wunderschönen Blick auf das Tote Meer, das israelische Gebirge und die Berge Jordaniens auf der anderen Seite des Toten Meeres. Laut eines israelischen Gesetzes darf übrigens nur der Stein dieses Gebirges zum Hausbau verwendet werden, was auch erklärt, warum alle Häuser in Israel strahlend weiß sind. Nach dem Toten Meer war unser erster Stopp am Stadtrand von Jericho.

SAM_9030

DSCI0106

Allein der Name der Stadt machte mich gleich hellwach, schließlich kannte ich sie aus zahlreichen Erzählungen. Jericho gehört wie Ramallah zu den von Israel abgegebenen palästinensischen Autonomiegebieten. Sie ist außerdem auch offiziell die älteste Stadt der Welt. Das Selbe sagt man aber auch über Jerusalem. Beide Städte werden erstmals im 19. Jahrhundert vor Christus erwähnt. Wir befanden uns also bereits im Westjordanland oder genauer gesagt im nicht überall anerkannten Land Palästina. Einige wenige Länder wie zum Beispiel Chile in Südamerika erkennen Palästina an, Länder wie Deutschland und weitere Länder der EU jedoch nicht. Bei der Weiterfahrt in Richtung Jerusalem kamen wir an weiteren Straßenschildern wie Hebron und Ramallah vorbei. Auch diese hatte ich bereits des Öfteren in den Nachrichten gehört.

DSCI0115

Ramallah ist sozusagen die Hauptstadt von Palästina. Zuerst führte unsere Reise aber weiter vorbei an zahlreichen Dörfern von Nomaden bis vor die Tore von Jerusalem.

DSCI0112

Wir kamen an zahlreichen Siedlungen vorbei und auch die größte palästinensische Siedlung in Israel war bereits zu sehen. Auch die meterhohen, schwer bewachten Grenzmauern waren allgegenwärtig.

DSCI0125

DSCI0128

Danach verließen wir Palästina und fuhren über die Grenze ins Zentrum von Jerusalem. Jerusalem, das Zentrum des christlichen Glaubens, hat derzeit 730.000 Einwohner und ist die Hauptstadt Israels. Was für Moslems Mekka & Medina ist, ist für die Christen Jerusalem. Jedoch auch für zahlreiche andere Religionen ist die Stadt ein wichtiger geschichtsträchtiger Ort. Zuerst hatten wir einen Stopp in der Nähe des Ölberges, von welchem man einen großen Überblick über ganz Jerusalem hatte. Der Tempelberg und der Felsendom war bereits gut zusehen. Auch die Al-Aksa Moschee war zu sehen.

DSCI0141

SAM_9039

DSCI0140

Auf dem Weg zum Tempelberg fuhren wir am jüdischen Friedhof auf dem Ölberg vorbei, auf welchem nur die Schwerreichen es sich leisten können hier begraben zu werden. Ganz in der Nähe liegt auch Oskar Schindler begraben, welcher im 2. Weltkrieg ja bekanntlich hunderte Juden vor dem sicheren Tode gerettet hatte.

DSCI0167

Am Tempelberg liefen wir zuerst zur Klagemauer. Hier waren zahlreiche Soldaten der israelischen Armee zu sehen. In Israel liegt der Grundwehrdienst für Männer übrigens bei 3 Jahren und für Frauen bei 2 Jahren. Dabei sei noch zu erwähnen, dass Experten sagen, das Risiko eines Anschlages sei überall auf der Welt höher als in Jerusalem selbst, da die Stadt so gut überwacht wird. Es steht wirklich an jeder Ecke Wachpersonal und die Zahl der Überwachungskameras geht in die tausende.

DSCI0190

DSCI0193

An der Klagemauer war aufgrund des Feiertages sehr viel los und ich war überrascht, dass man als Tourist überall ganz nahe hindurfte. Selbst in die Katakomben neben der Klagemauer, wo die ganzen heiligen Bücher standen, war der öffentliche Einlass erlaubt. Hier konnte man überall die betenden Juden beobachten, welche auf mich allerdings sehr suspekt wirkten, da sich diese im Sekundentakt während des Gebetes vor der Klagemauer verneigten.

DSCI0204

DSCI0222

DSCI0208

Aus einer heiligen Schriftrolle wurde zur Feier des Tages auch noch vorgelesen. Der Feiertag ist bei uns vergleichbar mit Fasching, überall liefen verkleidete Kinder herum.

DSCI0199

DSCI0229

Unser Reiseleiter, welcher ebenfalls Jude war und perfekt deutsch sprach, betete hier ebenfalls. Er hatte bereits ein sehr aufregendes Leben hinter sich. Er verlor seinen Vater und zahlreiche Verwandte beim Holocaust und kämpfte in drei verschiedenen Kriegen als Fallschirmspringer. Er hatte drei verschiedene Kinder von drei verschiedenen Frauen und eine davon gewann sogar für Israel den Grand Prix de Eurovision. In dieser Zeit war er 11 Jahre drogenabhängig und verbrachte davon 8 Jahre in deutschen und israelischen Knästen. Er war der geborene Reiseleiter mit seinen fast 67 Jahren und brachte einen Lacher nach dem anderen. Er bezeichnete sich selbst als zweitbester Reiseleiter Israels und kannte auf unserer gesamten Reise wirklich jeden Menschen und umarmte auch zahlreiche wie Brüder. Er führte uns sehr schnell zu allen wichtigen Punkten der Städte an allen Warteschlangen vorbei und hatte grenzenlos Informationen in seinem Repertoire. Er führt auch ganze Schulklassen durch das Gebirge oder organisiert Wüstenwanderungen durch die Sahara. Wirklich ein beeindruckender Mensch.

DSCI0188

Die beeindruckende Altstadt von Jerusalem ist in 4 Zonen eingeteilt. Es gibt eine jüdische, ein christliche, eine moslemische und eine armenische Zone. Von der jüdischen Zone gingen wir durch einen Tunnel und durch einen Sicherheitscheck hinüber in die moslemische Zone. Plötzlich fühlt man sich in einer völlig anderen Welt. Überall waren wieder Frauen mit Kopftüchern und Araber, die an ihren Marktständen auf Kundschaft warteten.

SAM_9114

DSCI0261

DSCI0243

Hier schauten wir uns den Via Dolorosa, den Leidensweg, den Jesus vor seiner Kreuzigung ging, an. Von den verschiedenen Stationen schauten wir uns ein paar an, für mich war das Ganze aber irgendwie nicht vorstellbar, dass Jesus genau den und den Stein berührt haben soll. Jedoch zahlreiche Pilger küssten oder verneigten sich vor den Steinen und Gegenständen die Jesus einst berührte. Einige trugen gar Kreuze bis zur Grabeskirche wo Jesus beerdigt wurde.

DSCI0258

DSCI0250

Mich interessierten jedoch mehr die Dinge rundherum, wie zum Beispiel die Mülltonne für die Entsorgung von Bomben oder Sprengsätzen direkt vor der Grabeskirche.

SAM_9076

Außerdem steht seit knapp 200 Jahren eine Leiter an der Außenwand der Grabeskirche, da damals darum gestritten wurde, welcher Religion die Grabeskirche angehören sollte.

SAM_9075

SAM_9078

SAM_9087

SAM_9097

Nach der Grabeskirche sahen wir noch einen kleinen Teil des neuen Jerusalems, bevor es dann wieder zurück nach Palästina ging.

SAM_9121

Auf dem Weg über die Grenze musste sich unser jüdischer Reiseleiter zwischen unseren Sitzen verstecken, da es ihm normalerweise nicht gestattet ist nach Palästina bzw. Bethlehem einzureisen. Zum Glück hatten wir einen ägyptischen Busfahrer, als Israeli hätte auch der uns nicht mehr weiterfahren dürfen. Diese unsinnigen Regeln waren aber die einzige Hürde auf dem Weg nach Palästina. Die Grenze überquerten wir ohne großartige Kontrolle und schon waren wir in Bethlehem, dem Geburtsort von Jesus.

SAM_9143

SAM_9149

SAM_9156

Der erste Stopp war an einem Souvenirshop, welchen ich dazu nutzte, mir die Grenzmauer genauer anzuschauen. Diese war an manchen Stellen mit wunderbar sarkastischen Graffitis bemalt. Das beste fand ich den Weihnachtsbaum umringt von einer Grenzmauer, als eine Anspielung darauf, dass Israel unbedingt noch vor Weihnachten 2002 die Mauer fertig stellen wollte, um ein friedliches Fest feiern zu können. Die Fotos von Einwohnern Palästinas gefielen mir ebenfalls gut.

SAM_9163

SAM_9160

SAM_9159

Aber es gab auch Graffitis, die einen nachdenklich machen, wie das von Leila Khaled, einer palästinensischen Revolutionärin, die an mehreren Attentaten beteiligt war.

SAM_9167

SAM_9170

SAM_9166

Unweit der 2002 errichteten Mauer, lernte ich den Palästinenser Raffah kennen, der im selben Alter wie ich war und mit dem ich ein interessantes Gespräch führte. Vor dieser Reise hatte ich viel über den Konflikt zwischen Palästina und Israel gelesen. Auch die Situation vor Ort vermittelte mir ein etwas ähnliches Bild, welches vergleichbar mit dem ehemaligen Apartheidsystem in Südafrika ist. Dies wird auch immer wieder den Israelis von den Palästinensern vorgeworfen. Ein deutscher Politiker stellte dies vor kurzem nach einer Reise nach Hebron ebenfalls fest. Selbst der internationale Gerichtshof in Den Haag erklärte die Mauer in Israel als völkerrechtswidrig und illegal. Daher wundert es mich nicht, dass nicht nur die Palästinensische und Arabische Welt die Rolle Israels in diesem Konflikt sehr kritisch sieht. Die gefährlichste Ecke in Palästina ist jedoch immer noch der Gaza-Streifen an der Grenze zu Ägypten, welcher sich in beruhigender Entfernung zu Bethlehem befindet. Die Hochburg der Terrorgruppe Hamas ist die dort liegende Stadt Gaza-City. Palästina verfügt übrigens über keine eigene Armee. Zum Schutz der Bevölkerung gibt es die palästinensische Polizei und der Widerstand gegen Israel wird von der Terrorgruppe Hamas geführt. Sehr interessant fand ich auch, wie Israel Stück für Stück immer mehr Siedlungen in Palästina baut und sich immer mehr Land aneignet. Um die Palästinenser zu vertreiben, wird ihnen auf verschiedener Art und Weise versucht das Leben schwer zu machen. Zum einen sind Wohngegenden von Palästinensern deutlich schmutziger und heruntergekommener, da hier weniger Müll abtransportiert wird. Zum anderen besitzt jeder Israeli eine Wasserleitung.

DSCI0178

Palästinenser hingegen haben lediglich einen Wasserbehälter auf dem Dach stehen, in welchen der ein oder andere Israeli gelegentlich ein Loch bohrt und ihn damit unbrauchbar macht. Dies sind jedoch nur zwei Beispiele von vielen.

SAM_9180

Als nächstes schauten wir uns die Geburtskirche in Bethlehem an.

SAM_9187

SAM_9186

SAM_9195

Der Geburtsort von Jesus war mit einem Stern markiert, wobei ich wiederum nicht ganz nachvollziehen kann, dass es wirklich genau dieser Ort gewesen sein soll, an dem er auf die Welt kam. Von einem Stall war hier auch nichts mehr zu sehen. Nach so viel Sightseeing ging es in ein Palästinensisches Restaurant, in welchem wir ein herrliches Essen bekamen.

SAM_9201

SAM_9202

Eine Kuriosität in Israel fand ich die Koscher Mc Donalds. In ihnen gibt es nur Koscheres Essen (z. B. das Fleisch von Wiederkeuern mit Hufen) was wiederum heißt, dass es hier keine Cheeseburger gibt.

SAM_9214

DSCI0269

Danach sollte es dann endlich zum Baden ins Tote Meer gehen. Nach dem Schwarzen & dem Roten Meer war ich nun also auch am Toten Meer. Das Baden in diesem war beeindruckender als ich zunächst gedacht hatte. Überall am Strand des Toten Meeres befinden sich Berge von Salzablagerungen. Um ins Meer hineinzugelangen muss man zuerst mal über sehr scharfe schneeballgroße Salzkugeln balancieren. Danach kann man sich ins Wasser fallen lassen, hat aber keine Chance unterzugehen.

DSCI0302

DSCI0307

DSCI0313

Das Wasser hat einen Salzgehalt von 32% und damit zehnmal so viel wie in einem normalen Meer. Das Salzwasser wird auch von vielen in Wasserflaschen abgefüllt und getrunken. Ihm wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Im Toten Meer gibt es nur wenige Lebewesen und zum Tauchen ist es absolut ungeeignet. Das Salz brennt sofort auf der Haut und in den Augen, aber man merkt auch schon nach wenigen Sekunden die positive Veränderung auf der Haut. Das Tote Meer ist jedoch eigentlich gar kein Meer, sondern ein Salzsee und gleichzeitig mit 422 Metern unter dem Meeresspiegel gelegen, der tiefste Punkt auf der Erde. Die Gegend rund um das Tote Meer wirkt total ausgestorben und ist sehr dünn besiedelt. Das genaue Gegenteil war rund um Jerusalem der Fall.

DSCI0322

DSCI0298

Nach dem Baden ging es wieder zügig in Richtung Roten Meeres. Wir hatten es eilig, da die jordanische Grenze pünktlich um 20 Uhr schließt. Direkt an der jordanischen Grenze ließen wir dann einige Mitfahrer hinaus, die am nächsten Tag zum Weltkulturerbe, der Felsenstadt Petra fuhren. Diese hatte ich vor der Reise zuerst auch noch in meiner Planung, jedoch war die Zeit einfach zu kurz und die restliche Zeit wollte ich noch zum Baden in Sharm el Sheikh nutzen. Die Ausreise aus Israel verlief einfacher als die Einreise, kostete jedoch rund 30€, was aber bei uns im günstigen Reisepreis von 125€ mit inbegriffen war. Von Taba bis Sharm el Sheikh gab es das übliche Polizeikonvoispielchen, was sich bis 2 Uhr nachts hinzog. Kaum hatte ich Donnerstagabend Israel verlassen, wurde am Freitag der Palästinenserführer al Kesi von der israelischen Luftwaffe getötet. Daraufhin flogen weit mehr als 100 Raketen von Palästina auf Israel und Israel antwortete daraufhin mit Militärschlägen im Gaza-Streifen und tötete dabei über 17 Menschen. Diese Kampfhandlungen waren die heftigsten und blutigsten Stunden seit der Großoffensive Israels im Jahre 2008. Ägypten vermittelte daraufhin zwischen beiden Ländern und ließ das Blutvergießen beenden. Dies machte mir nochmal deutlich bewusst, wie sehr diese Region doch jede Sekunde in einen Krieg stürzen kann.

DSCI0361

DSCI0339

DSCI0374

Nach wenigen Stunden Schlaf lag ich schon wieder am Strand der Naama Bay. Dort lagen wir den ganzen Morgen in der Sonne und wurden dabei nur kurz von einem riesigen Jumbo aufgeschreckt, der direkt über unseren Köpfen zur Landung ansetzte und dabei von 4 Kampfjets begleitet wurde. Den Nachmittag verbrachten wir am Pool unseres Hotels und machten mit der dortigen Animation Sport. Meine Schwester hatte während meiner Reise nach Israel schon Einiges von Sharm el Sheikh gesehen und so wollte sie mir unbedingt den Soho-Square in der Nähe des Airports zeigen. Am Soho-Square fühlt man sich ein bisschen wie in Dubai. Alles ist total schick und neu. Es gibt eine Eislaufbahn, ein Bowlingcenter, einen Springbrunnen zu begleitender Musik, viele Bars, Cafes und Restaurants und natürlich einen Basar. Dies alles wurde auf wenigen hundert Metern erbaut und rundherum ist nichts als Wüste.

DSCI0439

DSCI0420

DSCI0433

Eine Eis-Bar gibt es ebenfalls, in welcher man sogar mit Geschmack versetzten Sauerstoff zu sich nehmen kann. Ganz in der Nähe des Soho Squares liegt die Sharks Bay, welche im letzten Jahr ihrem Ruf alle Ehre machte. Es kam zu mehreren Hai-Attacken auf Touristen, wobei auch eine Frau aus Markdorf am Bodensee getötet wurde.

DSCI0398

DSCI0403

DSCI0412

DSCI0450

DSCI0646

DSCI0662

DSCI0671

Danach schlenderten wir wieder durch die Naama Bay. Die Naama Bay sieht ganz und gar nicht nach Ägypten aus. Man fühlt sich eher wie in Lloret de Mar oder an der Playa de Ingles. Alles was für Unterhaltung sorgt, steht auf wenigen Kilometern an der Naama Bay entlang. Es gibt unzählige Shisha-Bars und Discos. Die bekannteste ist sicher das Pacha, in welchem wir auch waren.

DSCI0408

DSCI0410

Unweit von der Naama Bay steht noch das Space in Mitten der Wüste. Eine Disco unter freiem Himmel. Die Uferpromenade ist an der Naama Bay das Highlight. Es folgt ein Restaurant nach dem anderen und überall gibt es Live-Musik und alles ist traumhaft beleuchtet. Mit den vielen Palmen erinnert das Ganze eher an Asien als an Ägypten. Sharm el Sheikh ist von den Lebenshaltungskosten etwas teurer als Hurghada und ist auch von den Hotels und Resorts etwas exklusiver. Bei den Menschen hier hat man auch das Gefühl, dass sie etwas mehr Geld besitzen und besser gekleidet herumlaufen. Man sagt Sharm el Sheikh auch nach, dass es hier aufgeräumter, eleganter und moderner sei. Dies ist sicher auch ein Grund, warum sich Leute aus Hurghada und Sharm el Sheikh als Konkurrenten sehen und sich gegenseitig nicht besonders leiden können.

DSCI0689

Am nächsten Morgen verbrachten wir einige Zeit am Hotelpool und nahmen danach den zweiten Hotel-Shuttlebus zum Hadaba Beach, einige Kilometer westlich von der Naama Bay. Der Weg dorthin führte über die Kilometer lange Peace Road. Sharm el Sheikh wird auch die Stadt des Friedens genannt, da hier in den letzten Jahren mehrere wichtige Friedens-Konferenzen abgehalten wurden, die zum Beispiel den Konflikt zwischen Israel und Palästina entschärften. Als wir am Hadaba-Beach ankamen, waren wir zuerst total beeindruckt von dem wunderschönen Strand, der direkt an einer steilen Klippe liegt.

DSCI0453

DSCI0462

DSCI0566

DSCI0488

DSCI0535

DSCI0454

DSCI0575

Unweit vom Strand befinden sich zahlreiche Riffe, durch welche wir den ganzen Tag tauchten. Der Artenreichtum der Fische so nahe am Strand war besonders beeindruckend. Das Wasser war so klar, dass man sogar außerhalb des Wassers perfekte Bilder von den Fischen machen konnte. Am späten Nachmittag entspannten wir noch in der atemberaubenden Farsha-Bar, welche direkt an die Klippe gebaut wurde und einen beeindruckenden Blick über das Meer bot. Die Bilder sprechen für sich:

DSCI0584

DSCI0472

DSCI0475

DSCI0613

DSCI0602

DSCI0609

DSCI0597

Für mich die schönste Cocktail-Bar, in der ich je war. Im Stadtteil Hadaba besuchten wir noch den “Il Mercato”, eine neu angelegte Shoppingmeile mit Colloseum und allem drum und dran. Der Ort hier ist einer der wenigen Orte in Ägypten, in denen man wirklich originale Klamotten kaufen kann.

DSCI0625

DSCI0631

DSCI0628

Den Abend verbrachten wir wieder an der Naama Bay und in einer mittelmäßigen Hoteldisco. Die ägyptische Animateurin unseres Hotels wollte uns so spät am Abend noch eine schöne Cocktailbar zeigen. Zufälligerweise war diese genau dieselbe, in der wir schon am Mittag waren. Bei Nacht und mit den unzähligen Lichtern war diese aber nochmal etwas beeindruckender.

DSCI0680

DSCI0684

DSCI0677

Die ägyptische Animateurin war übrigens die erste ägyptische Frau, die ich in den vergangenen 5 Monaten kennenlernte und den Beruf der Animateurin ausübte. Sonst arbeiten hier eigentlich nur Osteuropäerinnen und vereinzelt Tunesierinnen als Animateure. Am nächsten Morgen ging unser Flug wieder zurück nach Hurghada.

DSCI0759

Das größte Erfolgserlebnis in meinem Leben in Hurghada ist für mich aber immer noch, wenn ich durch die Sheraton-Road laufe und nicht für einen Tourist gehalten werde, sondern als Resident erkannt werde. Zwar passiert es noch ab und zu, dass ich von Straßenhändlern angesprochen werde. Doch meist steht irgendwo einer seiner Kollegen daneben, welcher weiß, dass ich hier als Animateur arbeite und klärt ihn darüber mit Zurufen auf, sodass ich dazu gar nichts mehr sagen muss. Nach den Unruhen im November mit zahlreichen Toten, gab es Anfang Februar wieder eine heiße Phase in Ägypten.

DSCI0771

Genau ein Jahr nach dem Beginn der Proteste am Tahrir-Platz gingen wieder zahlreiche Ägypter auf die Straßen und demonstrierten durch bis zum 11. Februar, dem Tag an dem Mubarak vor einem Jahr gestürzt wurde. Bei den Protesten kam es wieder zu zahlreichen Toten. Auch an anderen Stellen gab es wieder Probleme. In den Nachrichten wurde über zahlreiche Anschläge auf koptische Christen berichtet. Ganze Dörfer sollen niedergebrannt worden sein und Familien wurden verjagt. Der Höhepunkt aber waren die knapp 71 Toten und die ca. 1.000 Verletzten nach einem Fußballspiel in Port Said. Anhänger von Al Masry stürmten den Fanblock von Al Ahly aus Kairo und gingen mit Messern auf diese los. Zahlreiche Menschen wurden in der Panik zerquetscht oder kamen durch Messerstiche um. Die Anhänger von Al Masry galten schon vor der Revolution als Anhänger Mubaraks und die von Al Ahly waren die Anführer der Revolution. Dafür gab es jetzt die wie in den Nachrichten zuvor angekündigte Vergeltung. Das Militär steckte wahrscheinlich auch dahinter, schließlich standen sie im Stadion nur tatenlos daneben, als Menschen abgestochen wurden. Darauf folgten tagelange Ausschreitungen und Demonstrationen mit unzähligen Toten in und um Kairo. Alle Fußballspiele in Ägypten wurden über mehrere Wochen abgesagt und die Saison letztendlich vorzeitig abgebrochen.

DSCI0748

Die Situation in Hurghada wurde auch immer gefährlicher. Es mehrten sich die Berichte über Überfälle auf Geschäfte und Passanten. In einer einzigen Nacht gab es drei schwere Raubüberfälle auf eine Bank, einen Supermarkt und auf eine Apotheke. Die Verfolgungsjagd der Polizei weckte mich mitten in der Nacht auf. Auch die Zahl der Einbrüche häuften sich. Direkt vor unserem Paradise Village wurde eine Frau überfallen, weswegen wir nach Einbruch der Dunkelheit nur noch in Begleitung eines Securitys zum nächsten Taxi laufen. Da derzeit wieder sehr wenige Touristen kommen, scheint einigen Ägyptern nichts mehr anderes übrig zu bleiben, als auf diesem Wege an Geld zu kommen. Ein zweites Erbeben der Stärke 4,6 überstanden wir auch noch. Bei den vielen negativen Nachrichten innerhalb weniger Wochen hatte ich manchmal das Gefühl, dass in Ägypten schlimme Unfälle, Entführungen und Demonstrationen an der Tagesordnung sind.

DSCI0773

Ich weiß nicht, ob es nur an der lockeren Einstellung der Ägypter zum Leben liegt, dass so viel Unnötiges passiert. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Unfall vor wenigen Wochen, als ein Glasbodenboot wenige Kilometer von hier, vor der Magawish Insel, bei starkem Wellengang gegen ein Riff donnerte. Dabei zerbrach der Glasboden. Drei deutsche Urlauber ertranken und zahlreiche wurden verletzt.

SAM_8757

Der Anblick von Toten auf der Straße nach zahlreichen schweren Unfällen wie sie hier fast täglich vorkommen, ist mittlerweile auch schon fast Alltag für mich geworden. Wie spießig manche Araber aber manchmal auch sein können, kann man immer wieder in meinem Hotel feststellen. Vor kurzem wurde zum Beispiel unsere Cocktailkarte geändert. Siehe hier:

SAM_8554

Sensationelles spielt sich zurzeit direkt an unserem Hotelsteg ab. Bisher hatte ich noch nicht das Glück in freier Wildbahn Delfine zusehen. Ich hatte schon Zweifel ob es im Roten Meer überhaupt Delfine gibt. Zwar werden massig Delfinausflüge angeboten, doch werden dabei eher selten welche gesichtet. Doch seit einigen Tagen kommen täglich 2-3 Delfine ganz nahe an unseren Strand geschwommen.

IMG_7089

Die Delfine scheinen die Aufmerksamkeit zu genießen und machen meterhohe Sprünge, welche von täglich mehr Hotelgästen bejubelt werden. Mittlerweile ist kaum noch Platz auf dem Steg. Die Delfine sind so zutraulich, dass man sie sogar kurz berühren kann. Ich hatte jedes Mal Gänsehaut beim Anblick dieser Tiere.

IMG_7117

Zum Schluss noch die ägyptische Variante eines Bananenbootes:

SAM_8742

El Gouna

Februar 1st, 2012

Vor wenigen Jahren befand sich an der Stelle, wo heute die Lagunenstadt El Gouna steht, nur die reine Natur. Dann entschloss sich Samih Sawiris, der reichste Mann Ägyptens und angeblich viert reichster Mensch der Welt, an dieser Stelle sich sein eigenes Paradies zu erschaffen. Der Grund dafür ist jedoch nicht, dass er besonders großzügig ist, sondern es gibt in Ägypten ein Gesetz, das besagt, dass Projekte direkt am Roten Meer auch immer dem Tourismus dienen müssen.

SAM_8063

Mittlerweile ist daraus eine wunderschöne Stadt geworden, die mit ihren zahlreichen Kanälen doch sehr an Venedig erinnert, aber auch doch irgendwie komplett anders ist.

SAM_8353

SAM_6593

El Gouna soll der sicherste Ort in ganz Ägypten sein. Die Stadt ist streng bewacht und darf nur von Touristen und Einheimischen mit Arbeitsplatz oder Wohnsitz in El Gouna betreten werden. Sie verfügt über zahlreiche Kanäle und Brücken und ist so angelegt, dass fast jede Villa Blick aufs Wasser hat.

SAM_6681

So wie die Villa unseres Freundes Ismail sehen hier die meisten Häuser aus. Außer den ganzen Villen gibt es in El Gouna noch zahlreiche Luxushotels und einige wunderschöne Golfplätze. Des weiteren hat El Gouna ein wunderschönes Stadtzentrum (Kafr El Gouna) mit Touristenattraktionen wie dem Aquarium.

SAM_5039

SAM_5031

SAM_5030

Auch verfügt El Gouna über einen beeindruckenden Yachthafen (Abu Tig Marina) und über zahlreiche Strände, wie die zwei berühmtesten Strände Zeytouna-Beach und Mangroovy-Beach.

SAM_6568

Der Mangroovy-Beach zählt bei Kitesurfern zu den absoluten Hotspots und hier findet einmal im Jahr ein internationaler Kitesurf-Wettbewerb statt. Der Zeytouna-Beach dagegen liegt direkt in Mitten der Lagune und ist nur über Brücken oder mit Schiffen erreichbar.

SAM_8035

SAM_8032

SAM_8036

SAM_8029

Rund um den Zeytouna-Beach stehen zahlreiche Villen und auch die ein oder andere luxuriöse Privatinsel kann man von Weitem sehen.

SAM_8025

SAM_8045

Es gibt auch zahlreiche Luxusresorts mit wunderschönen Bungalowanlagen direkt auf dem Wasser. Hierbei haben die meisten Bungalows sogar ein eigenes Boot direkt vor der Türe stehen. Einen eigenen Pool besitzt sowieso jedes Anwesen.

SAM_8013

SAM_8051

SAM_8015

Kurioses gibt es in El Gouna Zahlreiches. Zuerst einmal muss man sagen: El Gouna ist nicht Ägypten. Ägypten ist dreckig, aber in El Gouna findet man nicht einmal ein Häufchen Müll auf dem Boden. Des weiteren gibt es in El Gouna keine dieser nervigen Taxis, sondern ausschließlich Limousinenservice. Wer mit dem Taxi nach El Gouna fährt, muss sich vor Ort anmelden und der Taxifahrer darf keine anderen Personen aus El Gouna zurück nach Hurghada nehmen. Eine weitere Kuriosität sind die aus Thailand importierten Rikschas. Für 5 Pfund (ca. 0,60 €) pro Person, wird man durch die ganze Stadt kutschiert.

SAM_6595

Außerdem muss ich noch unbedingt erwähnen, dass in El Gouna an jedem Kreisverkehr 24 Stunden ein Wachmann sitzt und das nur für den Fall, dass mal ein Tourist den Weg nicht weiß. Und in El Gouna gibt es verdammt viele Kreisverkehre. El Gouna hat sogar einen eigenen Radiosender, welcher mit dem Spruch “The World`s Biggest Little Station” wirbt.

SAM_6608

Die Stadt ist das St. Tropez Nordafrikas. Im Yachthafen stehen riesige Yachten und man sieht viele reiche Ägypter und Europäer.

SAM_6560

SAM_7507

SAM_7498

Daher ist hier in den Restaurants auch das Preisniveau deutlich höher. Für den Abend kann ich die Peanut-Bar am Yachthafen empfehlen. Hier legen täglich Djs auf und auf allen Tischen stehen Unmengen von Erdnüssen. Die Schalen müssen nach dem Öffnen im hohen Bogen durch den Club geworfen werden. Dreck machen ist hier ausdrücklich erwünscht und kommt bei allen Gästen sehr gut an. Bei meinem zweiten Besuch sah ich El Gouna zum ersten Mal tagsüber. Morgens besuchten wir noch den Obstmarkt von Hurghada und nach einem leckeren arabischen Mittagessen mit unserem Nachbar Ali steuerte ich gemeinsam mit Sam zuerst den Buzza- und den Mangroovy-Beach an.

SAM_6515

SAM_6525

SAM_6526

SAM_6527

Hier schauten wir den unzähligen Kitesurfern zu, bevor wir vom Hafentower einen noch besseren Blick auf die Strände und die Stadt hatten.

SAM_6558

SAM_6539

SAM_6541

SAM_6573

Vom Yachthafen nahmen wir eines der besagten Rikschas zurück ins Zentrum.

SAM_6599

SAM_6602

SAM_7533

SAM_6607

Hier liefen wir stundenlang über Kanalbrücken und Golfplätze, vorbei am Turtlehouse zu einem weiteren Aussichtsturm El Gounas.

SAM_6627

SAM_6639

SAM_6707

SAM_6730

SAM_6671

SAM_6683

SAM_6680

Von hier hatte man einen super Blick über sämtliche Lagunen, über die Berge und sogar bis nach Hurghada. Auch das Luxushotel Steigenberger Golf Resort lag uns zu Füßen. Den Abend schlenderten wir durch die Gassen und ließen ihn letztendlich in einer Shisha-Bar ausklingen.

SAM_6734

SAM_6741

SAM_6743

Zurück in Hurghada wurde ich wiederum von unserem Nachbarn Ali zu einem weiteren Bilderabend eingeladen. Er zeigte mir Bilder von seinen Kriegseinsätzen im Sinai und Jemen. Er erzählte mir, wie er für die ägyptischen Präsidenten Sadat und Mubarak gedient hatte und berichtete von seinen Wüsten- und Auslandsreisen. Heute jagt er Krokodile am Nil oder geht Fischen im Roten Meer. Er lebt hier in Hurghada, da er sich hier sicherer fühlt als zuvor in Kairo.

SAM_5751

Der Lieblingssport der Ägypter ist Fußball. Und der wichtigste Verein Al Ahly aus Kairo. Er ist der FC Bayern Ägyptens und hat die meisten Anhänger. El Gouna besitzt ebenfalls einen Club in der Ersten Ägyptischen Liga.

SAM_8060

Das Stadion des Vereins steht etwas außerhalb der Lagunenstadt, genauer gesagt in Mitten eines kleinen Wohngebietes in dem Einwohner El Gounas wohnen, die nicht genug Geld für eine Wohnung innerhalb der Lagunen haben.

SAM_8068

SAM_8067

Das Stadion ist relativ neu und bietet ca. 12.000 Zuschauern Platz.

SAM_8088

Der Clubchef ist wiederum Samih Sawiris, der Gründer der Lagunenstadt. Dieser ermöglicht auch den freien Eintritt zu allen Heimspielen El Gounas. Beim heutigen Spiel zwischen El Gouna FC und Telephonat Bani-Sweif waren einige tausend Zuschauer anwesend. Aus Bani-Sweif war ebenfalls ein großer Mob mit dabei und füllte den Gästeblock mehr als ich erwartet hatte.

SAM_8087

SAM_8081

Das Stadion erinnerte an einen Hochsicherheitstrakt mit seinem ganzen Stacheldraht und überall stand schwer bewaffnetes Militär. Umso länger ich in Ägypten bin, umso mehr fällt mir auf wie sehr Ägypten ein Militärstaat ist. Das Militär ist praktisch überall präsent und alleine in Hurghada gibt es mehrere dutzend Militärcamps oder Einrichtungen, die dem Militär dienen. Wöchentlich kreisen Kampfjets auf Übungsflügen über Hurghada und es scheint so, als sei man täglich auf den Ernstfall vorbereitet.

SAM_8099

SAM_8079

El Gouna ging in der zweiten Halbzeit in Führung und nach dem Ausgleich durch einen umstrittenen im Nachschuss verwandelten Elfmeter, siegte El Gouna kurz vor Schluss mit einem ebenfalls umstrittenen Elfmeter 2:1. Nach dem Spiel rastete der Torwart von Bani-Sweif völlig aus und stürmte in Richtung eigene Fans. Diese hatten ihn das ganze Spiel über verhöhnt und er konnte erst durch viele Ordnungskräfte gestoppt werden.

SAM_8111

SAM_8095

In Ägypten befinden sich die meisten Fußballvereine in der Region Kairo, die Region Rotes Meer ist daher nicht besonders häufig auf der Fußballlandkarte vertreten, dennoch besitzt auch Hurghada einen Fußballverein. Der Grand United Football Club ist der Verein des Grand Hotels aus Hurghada und hat sich mittlerweile bis in die zweite ägyptische Liga hochgespielt.

SAM_8209

An einem weiteren freien Tag schaffte ich es endlich mal die mehrere Kilometer lange Esplanada abzulaufen. Als erstes traf ich auf eine große Gruppe von Ägyptern, die vor dem Steigenberger Hotel standen und eine russische Touristendelegation jubelnd begrüßten. Jeder hatte ein T-Shirt an mit Liebesbekundungen an Russland. In Wirklichkeit sind die Russen hier zwar überall unbeliebt, jedoch ist man von den russischen Touristen abhängig, denn schließlich machen sie mit weitem Vorsprung den größten Anteil der Touristen in Ägypten aus.

SAM_8159

SAM_8173

Danach schaute ich mir noch das Grand Hotel an und kurz darauf den wunderschönen Strand des Siva Grand Beach Hotels, welches über eine wunderschöne Sandbank verfügt, die zum Teil unter Wasser liegt und sich einige hundert Meter ins Meer hineinzieht.

SAM_8327

SAM_8211

SAM_8213

SAM_8229

Ein ganz schlauer Einfall vieler Ägypter ist es, einen Laden zu eröffnen und diesen dann nach einer deutschen Markt-Kette zu benennen. Hier eine kleine Auswahl:

SAM_8206

SAM_8207

SAM_8208

Nach der Esplanada war mein Ziel der Stadtteil Dahar. Hier wollte ich aber dieses Mal die Ecken sehen, die sonst kein Tourist zu sehen bekommt. Dahar zieht sich über einige Hänge und Hügel hinweg und in Mitten dieser Hügel befinden sich einer der heruntergekommensten Stadtteile, die ich in Ägypten je gesehen habe.

SAM_8253

Man kommt in diesen Stadtteil nur über enge Treppenstufen. An den wichtigsten Zugängen sitzen überall Kinder und betteln nach Geld. Ein paar Wörter auf Ägyptisch stellt sie meistens aber auch schon zufrieden. Der Rest des Stadtteils besteht aus kleinen Holz- oder Steinbehausungen und rundherum viel Müll und Sand und noch mehr Müll.

SAM_8256

SAM_8265

Zwischen dem ganzen Müll sitzen unzählige Familien oder spielen Kinder. Rund um den Stadtteil stehen zahlreiche Bauruinen in denen sich wiederum die Ärmsten der Armen eine Behausung aus Müll hineingebaut haben. Dass Hurghada über solche heruntergekommenen Stadtteile verfügt, hatte ich bisher nicht geahnt.

SAM_8276

SAM_8284

Von einem Berg aus hatte man noch einen tollen Blick über Hurghada. Dahar hat jedoch auch ein anderes Gesicht, das aus zahlreichen wunderschönen Stränden und Hotels besteht.

SAM_8304

Dass die Wüste im übertragenen Sinne auch sehr grün sein kann, bekomme ich hier jeden Tag mit. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht gefragt werde, ob ich nicht Marihuana kaufen möchte. Natürlich lautet meine Antwort immer La-a (Nein). Marihuana scheint hier aber zum alltäglichen Leben der meisten Ägyptern dazuzugehören. Etwas, dass es hier genauso viel gibt wie Marihuana sind Taxis. Soviele Taxis wie hier, hatte ich bisher nur in Dubai gesehen. Dennoch verzichte ich auch gerne Mal auf Taxi fahren und lief noch kilometerweit durch Hurghada. In einer Straße lief ich an zahlreichen Metzgereien vorbei.

SAM_8323

Metzgerei heißt hier in Ägypten jedoch Schlachten und Verarbeiten direkt auf der Straße. Ist zwar nicht ganz hygienisch, aber selbst in meinem 5-Sterne-Hotel benötigte ich ganze 2 Monate bis sich mein Magen an das Essen, die Gewürze und die doch etwas andere Speisenzubereitung gewöhnt hatte und ich meine Magenprobleme los war.

SAM_8295

Mittlerweile wurde mein Hotel (Stella Makadi Beach Resort) bei Holidaycheck zu den 99 beliebtesten Hotels weltweit gewählt. Der Tourismus hat sich wieder etwas erholt. Der seit 30 Jahren geltende Ausnahmezustand wurde ebenfalls vor kurzem aufgehoben. Und dennoch heißt es bei meinen zahlreichen Arbeitskollegen wenn sie in den Urlaub fahren, “ich fahre nach Tahrir”. Damit ist zwar auch eine Insel gemeint, aber diese befindet sich im Zentrum Kairos und ist eine Verkehrsinsel, genauer gesagt der Platz auf dem seit Tagen wieder Tausende gegen das Militärregime protestieren. Was dadurch erreicht werden soll, wissen mittlerweile aber immer weniger Ägypter.

SAM_8202

Das Leben hier ist schön und wir haben täglich das gleiche Wetter, strahlend blauer Himmel und Sonne. Dennoch – an einige Dinge gewöhnt man sich nur schwer. Da wären zum einen der viele Dreck und Sand an jedem Ort außerhalb meines Hotels. Zum anderen das Verhalten mancher Ägypter, wie zum Beispiel die meistens sehr aggressiven Taxifahrer oder das übliche Bild von an den Straßenrand kackenden Menschen. Diese machen dies meist so unscheniert, als wäre es das normalste auf der Welt. Sie bemühen sich nicht mal darum sich etwas zu verstecken.

SAM_8293

Des weiteren wird einem immer von Securitys mit dem “Kalaboush” (Gefängnis) gedroht, falls man sich an gewisse Regeln nicht hält. In dem arabischen Lied von Mohamed Mounir “Su ya su habibi habasu” geht es ebenfalls um den Knast und das Lied ist hier ein absoluter Ohrwurm. In Hurghada gibt es auch eine gute Disco Namens Kalaboush. Arabische Frauen sieht man allerdings so gut wie nie in einem Club. In der arabischen Welt ist die Disco den Männern vorbehalten und eine Frau, die in einen Club geht, wird als Schlampe abgestempelt und diese Schmach will sich keine arabische Frau geben.

SAM_8198

Auch ist es hier schwer einen gut bezahlten Job zu finden. Wenn man nicht das Glück wie ich hat und für eine deutsche Firma arbeiten kann, dann muss man sich hier im Privatleben sehr einschränken. Die meisten Europäer arbeiten hier als Tauchlehrer oder machen sich irgendwie selbstständig. Dies sind wohl die einzigen Möglichkeiten genug Geld zu verdienen. Selbst El Gouna wirkt sehr ausgestorben und das egal zu welcher Tageszeit.

SAM_8026

SAM_8047

Zwar stehen überall schöne Villen mit großartigen Poolanlagen, aber man sieht nur selten jemanden darin baden. Dies liegt sicher auch daran, dass hier die meisten eine 6-Tage-Arbeitswoche haben. Frei ist hier meistens nur der Freitag, an welchem auch das wichtige Freitagsgebet der Muslime stattfindet. Viele arbeiten sogar ohne wirklichen freien Tag in der Woche. Wer sich aber über Geld keine Gedanken machen muss und zusätzlich die günstigen Lebenshaltungskosten hier nutzen kann, für den ist das Rote Meer der ideale Ort um alt zu werden. Dies wird auch von vielen Europäern wahrgenommen, schließlich ist Ägypten der einzige Ort in der Nähe von Europa, an dem man sich das ganze Jahr auf ein angenehmes warmes Klima verlassen kann. Selbst auf den Kanaren, in Marokko oder Tunesien ist das Wetter und die Wassertemperatur nicht so beständig wie hier.

SAM_8550

Luxor

Januar 24th, 2012

Jeder, der einmal in Ägypten war, muss auch mal den Nil gesehen haben. Den Nil selbst hatte ich zwar bereits vor 3 Jahren in Kairo gesehen, ursprünglicher und naturell schöner anzusehen ist er aber in Luxor. Luxor – eine der ältesten Städte der Welt am längsten Fluss der Welt gelegen. Die Stadt hieß früher Theben und war eine der bedeutendsten Städte im Pharaonenreich. Heute leben hier ca. 487.000 Einwohner hauptsächlich vom Tourismus. Mit meiner Familie und meiner Freundin und unserem bekannten Abdullah ging die Reise am frühen Morgen los. Früher fuhren Touristenbusse aus Angst vor Anschlägen die Strecke von Hurghada nach Luxor noch im Polizeikonvoi, heute ist es wieder etwas sicherer geworden.

SAM_7540

SAM_7547

Bis Luxor sind es von Hurghada gut 280 km. Die ersten 60 km führen am Roten Meer entlang vorbei an Makadi Bay und Safaga. Bei Safaga geht es dann ins Landesinnere zuerst durch Gebirge und danach durch die Wüste bis irgendwann am Horizont ein grüner Streifen auftaucht. Wenn man monatelang nur Wüste gesehen hat, sticht die grüne Landschaft rund um den Nil richtig ins Auge.

SAM_7608

Der erste Ort am Nil war Qena, ein recht unspektakulärer Ort mit zahlreichen Polizeikontrollen und ohne wirkliche Sehenswürdigkeiten. Außerhalb des grünen Streifens standen zu Mubaraks Zeiten kaum Häuser, seitdem er weg ist wird aber überall illegal gebaut. Von Qena waren es noch gut 20 Minuten bis zur ersten Sehenswürdigkeit, dem Hatschepsut-Tempel in Theben-West bei Luxor. Von Ägyptern auch Hotchickensoup-Tempel genannt.

SAM_7561

SAM_7562

Bevor man diesen jedoch bestaunen konnte, musste man wie üblich in Ägypten zuerst zahlreiche Souvenirhändler abwimmeln. Der Tempel selbst wurde von 1503 bis 1482 vor Christus auf Anweisung von der ägyptischen Königin Hatschepsut errichtet und hier wurde sie nach ihrem Tod begraben. Die Grabkammer durfte jedoch nicht besichtigt werden.

SAM_7572

SAM_7575

Der Tempel selbst wird vielen auch durch folgende Schlagzeile aus dem Jahre 1997 bekannt sein:

„17.11.97: Beim bis dahin weltweit blutigsten Terroranschlag auf Touristen kommen in der oberägyptischen Stadt Luxor vor dem Hatschepsut-Tempel 58 Urlauber ums Leben, darunter 36 Schweizer und vier Deutsche. Bei dem Attentat sterben nach offiziellen Angaben auch vier unbeteiligte Ägypter und sechs der Attentäter. Zu dem Anschlag bekennt sich die islamische Terrororganisation »Gamaa Islamija«.“

SAM_7595

SAM_7617

SAM_7625

SAM_7610

Der nächste Stopp sollte im Tal der Könige sein. Von diesem fuhren wir aber aufgrund seiner hohen Eintrittspreise zurück zu seiner kleinen Schwester, dem Tal der Königinnen (Valley of the Queens). Dieses ist weitaus günstiger und nicht so überlaufen von Touristen wie das Tal der Könige und mindestens genauso sehenswert. Man sieht hier ebenfalls 3 schöne, gut erhaltene Grabkammern und zusätzlich noch eine Mumie eines Säuglings welcher vor tausenden Jahren wohl eine Fehlgeburt einer Frau im 6. Monat war. Fotografieren war hier leider nicht erlaubt.

SAM_7658

SAM_7643

Rund um die ganzen historischen Sehenswürdigkeiten befanden sich früher in den Bergen Häuser und Höhlenwohnungen der Einwohner Luxors. Diese wurden jedoch in den letzten Jahren umgesiedelt und bekamen von der Regierung Häuser in der Nähe des Nils gestellt. Eine dieser umgesiedelten Familien ist die Familie von Abdullah.

SAM_7670

SAM_7672

SAM_7688

SAM_7675

Sie lebt im Stadtteil El Kom am Rande riesiger Felder und besitzt zahlreiche Kühe, Esel und Hühner. Wie alle ägyptischen Familien besteht die Familie aus zahlreichen Familienmitgliedern und wir fühlten uns sofort sehr willkommen. Zuerst bekamen wir ein reichhaltiges Mittagessen und danach zeigten sie uns unser Zimmer, in welchem wir die Nacht übernachten durften.

SAM_7690

SAM_7694

SAM_7699

Meine kleine Schwester Stella fühlte sich auch sofort wohl und spielte mit den zahlreichen Kindern und ritt auf den Eseln. Unsere mitgebrachten Süßigkeiten wurden uns aus den Händen gerissen und immer wieder kamen Nachbarn vorbei um uns zu begrüßen oder anzustarren. Der Alltag der Familie schien sehr eintönig zu sein und bestand die meiste Zeit daraus, auf dem Boden zu sitzen und Gespräche zu führen.

SAM_7705

SAM_7712

SAM_7721

SAM_7709

SAM_7723

Unser nächstes Ziel war der Nil. Hier nahmen wir uns ein Motorboot für einige Stunden und fuhren zur sogenannten Banana Island, welche zwar so heißt aber eigentlich keine Insel ist, sondern eine Bananenplantage einige Kilometer flussabwärts. Vom Boot aus sah man einige Tempel am Flussufer und überall auf dem Nil waren die typischen Segelschiffe und zahlreichen Kreuzfahrtschiffe zusehen.

SAM_7739

SAM_7742

SAM_7748

SAM_7761

Auf Banana Island befand sich ein schönes Restaurant und rundherum waren Felder mit Tieren und wir konnten Bauern bei ihrer Feldarbeit zuschauen. Mit den ganzen Palmen und den Feldern und den dichten Büschen erinnerte mich die Landschaft doch sehr an Asien.

SAM_7765

SAM_7770

SAM_7779

Im Restaurant bekamen wir leckere Bananen serviert und konnten danach noch einen Rundgang durch die Bananenplantage machen. An diese Plantage angrenzend befand sich die Zuckerrohrplantage. Hier saugten wir aus den Stangen den Zuckersaft.

SAM_7795

SAM_7803

SAM_7810

SAM_7826

SAM_7814

SAM_7828

SAM_7835

SAM_7838

SAM_7842

SAM_7844

SAM_7846

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir wieder auf dem Nil, in welchem wir leider keine Krokodile sahen.

SAM_7866

Und als die Sonne weg war, standen wir vor dem wunderschön beleuchteten Luxor-Tempel. Vor dem Luxor-Tempel steht ein großer Obelisk. Früher waren es zwei, der andere steht jedoch seit 1836 auf dem Place de la Concorde in Paris.

SAM_7880

SAM_7878

Vom Luxor-Tempel aus nahmen wir eine Kutsche und fuhren durch die unansehnliche Altstadt von Luxor. Hier befand sich auch der Bahnhof, von wo aus eine der wenigen Zugstrecken Ägyptens bis nach Kairo führt. Danach hielten wir uns stundenlang auf dem Basar bzw. Souk auf.

SAM_7892

SAM_7896

SAM_7901

SAM_7898

Um wieder auf die richtige Uferseite zu kommen, mussten wir wieder auf ein Motorboot zurückgreifen.

SAM_7907

SAM_7910

SAM_7917

Zurück im halbfertigen Haus von Abdullahs Familie wurde uns gleich wieder lecker Abendessen auf dem Teppichboden serviert.

SAM_7922

Am nächsten Morgen wurden wir vom Tiergeschrei und von den Kindern der Familie geweckt. Die jungen Mädchen der Familie waren schon früh wach und sind hier sehr in den Haushalt eingespannt. So servierten sie uns auch wieder ein leckeres Frühstück und räumten unser Zimmer auf.

SAM_7692

SAM_7933

Ägyptische Familien sind bekannt für ihre großzügige Gastfreundschaft und würden sich sogar um Monate voraus ruinieren, nur um den Gästen ausreichend Speisen zu servieren. Wir bekamen mehr als wir essen konnten und meine Mutter hatte ein richtig schlechtes Gewissen bei unserer Abreise.

SAM_7960

SAM_7938

SAM_7963

Nach einer herzlichen Verabschiedung hielten wir noch bei den Memnonenkolossen, welche hier auch liebevoll Adam und Eva genannt werden. Unser letzter Halt war an einem weiteren Tempel und danach ging es zurück in Richtung Hurghada.

SAM_7965

SAM_7977

Die Rückfahrt dauerte aufgrund der zahlreichen Polizeikontrollen unterwegs etwas länger. Da der heutige 7. Januar bei den koptischen Christen Ägyptens Weihnachten war, wurden Anschläge befürchtet. Es blieb jedoch ruhig.